Wie die Stadt Kosten senken will

Um das zentrale Gebäudemanagement kümmern sich Michael Berendsen und vier weitere Mitarbeiter.
Um das zentrale Gebäudemanagement kümmern sich Michael Berendsen und vier weitere Mitarbeiter.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadt Rees betreibt seit zwei Jahren ein zentrales Gebäudemanagement. Es hilft, die Heiz- und Stromkosten einzelner Gebäude abzulesen.

Rees..  Wie spart man Kosten ein? Manchmal, indem man investiert. An den richtigen Stellen investiert. Aber: Wo lohnt es sich zu investieren, wo eher nicht? „Diese Frage kann man leichter beantworten, wenn man die Kosten einzelner Produkte kennt“, sagt Michael Berendsen, Leiter der Abteilung Gebäudemanagement bei der Stadt Rees. Und: Kennen sollte man auch die Kostenentwicklung einzelner Produkte, so Berendsen weiter. Transparenz schafft bei der Stadt Rees seit Januar 2013 das Gebäudemanagement. Es bildet die Unterhaltung und Bewirtschaftung städtischer Gebäude und bebauter Grundstücke ab.

Reinigung von 21 Objekten

Früher kannte man die Kosten, die die Grundschule, das Bürgerhaus oder die Bücherei verursachen nur ganz global. Heute ist das anders. „Heute wissen wir genau, wie hoch beispielsweise die Kosten für die Reinigung vom Archiv oder in der Rheinschule Rees sind“, sagt Michael Berendsen. Um einen Eindruck vom Umfang der zu reinigenden Flächen zu geben: Gereinigt werden müssen seitens der Stadt 21 Objekte mit insgesamt 44.134 Quadratmetern Fläche sowie eine Glasfläche von 10.893 Quadratmetern. Das muss koordiniert werden – vom Gebäudemanagement. „Zumal die Reinigung der unterschiedlichen Gebäude ganz andere Anforderungen stellt“, sagt Berendsen. Ein Rathaus ist wie ein Bürogebäude turnusmäßig zu reinigen, im Bürgerhaus muss der Feudel nach Veranstaltungen raus, die öffentlichen Toiletten müssen täglich gewienert werden. Auch an Feiertagen. Übrigens: Die Verträge über die Unterhaltungs- und Glasreinigung sind im vergangenen Jahr neu ausgeschrieben und mit Wirkung zum 1. Januar dieses Jahres abgeschlossen worden. Ob man hier sparen kann, ist eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher sind Einsparungen in den Bereichen Strom, Heizung und Wasser.

Beispiel Strom: Im abgelaufenen Jahr ist das Gymnasium Aspel komplett mit LED-Leuchten ausgerüstet worden. Das hat erst einmal gekostet und mit 230.000 Euro zu Buch geschlagen. Gemindert werden konnte der Betrag allerdings durch 80.000 Euro Fördermittel. „Eine Investition, die sich irgendwann rechnet“, weiß Berendsen. Und weil die Stadt auch an anderer Stelle sparen will, plant sie den Aufbau eines Energie-Contollings für städtische Gebäude. Das heißt: Man will künftig wissen, wann, wo Strom und Heizung verbraucht wird und dafür Zwischenzähler installieren. „Weil am Schulzentrum noch einiges miteinander verwoben ist“, erklärt Berendsen.

Beispielsweise könnte das dazu führen, dass weitere Fotovoltaik-Anlage installiert werden. Dort, wo sie sich am besten rechnen. Weiterhin soll auch die zentrale Wasserversorgung auf den Prüfstand.

Weiterer Vorteil neben Transparenz und möglichen Einsparungen des Gebäudemanagements: Es spart Zeit. Beispielsweise für die acht Schulhausmeister, die sich früher mit ihren Anliegen an drei Fachbereiche wenden mussten und heute nur noch eine Abteilung zum Ansprechen haben.

Unterhalten werden insgesamt 53 Objekte, Schulen, Verwaltungsgebäude, Feuerwehrgerätehäuser und vieles mehr. Die Bruttogrundstücksfläche belauft sich auf 69.809 Quadratmeter.