Wenn wegen der Bahn die Wände wackeln
14.02.2012 | 17:06 Uhr 2012-02-14T17:06:00+0100
Emmerich. Bürger konnten sich zum Plan der Betuwe zwischen Emmerich und Praest äußern. Besonders Erschütterungen sorgte Gäste.
Selbst die Stuhlkapazität reichte nicht aus. Es waren zu viele interessierte Bürger, die es in den Saal des PAN Kunstforums zog. Über 150 Emmericher erschienen zur Bürgerinformationsveranstaltung zum Planfeststellungsverfahren der Ausbaustrecke zwischen Emmerich und Oberhausen. Dabei ging es konkret um den Abschnitt 3.3, Emmerich-Praest.
Zeit der Fragen und Kritiken
Morgens wurden die Entwürfe der geplanten Änderungen vorgestellt, abends folgten die Bürgerinformation sowie ein anschließender Dialog, bei dem die Meinung der Betroffenen gefragt war. „Es wird ernst“, leitete Bürgermeister Johannes Diks die Veranstaltung ein. Als das Jahrhundertprojekt für den Niederrhein präsentierte er die Betuwe.
Ein Projekt, das die Gemüter bereits erhitzt und für viel Unruhe gesorgt hat. Spürbar erregt waren auch die Teilnehmer der Bürgerinformation: gut darauf vorbereitet, mit ihren Fragen, Sorgen und Kritiken an die Verantwortlichen heranzutreten. Martin Bettray, Wehrführer bei der Emmericher Feuerwehr, kritisierte harsch die Mängel des Sicherheitskonzeptes der Bahn: „Ich kann mir durch dieses Konzept einen nicht zu bewältigenden Einsatzort vorstellen.“ Er bezog sich dabei auf die Zugänglichkeiten der Löschwasserversorgung und die unter Umständen schwer zu erreichenden Unfallstellen. „Der Arbeitskreis Sicherheit ist seit 2010 mehrfach auf dieses Thema eingegangen, doch bisher haben wir keine Antwort erhalten“, so der Einsatzleiter sichtlich erbost. Spürbar erleichtertes, zustimmendes Klatschen des Publikums bestärkte diesen Beitrag. Stefan Ventzke, Projektleiter der DB ProjektBau GmbH, der die Bürger als stellvertretender Verantwortlicher mit Informationen versorgte, versicherte Bettray: „Weiterhin wollen wir im Dialog mit der Feuerwehr bleiben. Wir warten auf weitere Einsprüche der Feuerwehr bei der Planfeststellung.“
Ein Bauwerk aus dem Jahre 1640 bewohnend, meldete sich ein Praester mit Sorgen um sein Haus, das Schäden durch Erschütterungen nehme: „Wir wohnen 100 Meter von der Bahn entfernt und haben erhebliche Bauschäden an den Wänden.“ Mit seinen Bedenken zu den Auswirkungen der Erschütterungen sprach er vielen Anwesenden aus der Seele. „Die Mauern eines alten Hauses von Bekannten haben auch bereits Risse“, merkte ein weiterer Besucher missmutig an. Ebenso wurde Kritik an zu viel Lärm bekannt gemacht.
Einwände der Bürger sind gefragt
„Machen Sie Ihre Einwendungen“, empfahl Ventzel allen Bürgern für die Zeit der Offenlage der Unterlagen. Konkrete Veränderungen für die Bahnstrecke zwischen Emmerich und Praest sind zum einen ein neues drittes Gleis bis auf Höhe des Neubaugebiets Praestsches Feld. Brückenbauwerke werden die sieben Bahnübergängen in diesem Gebiet ersetzen. Außerdem werden für die beiden bestehenden neue Bahnsteige am Haltepunkt Praest gebaut.
20:05
ist sicher nicht die Bahn schuld. Und Sonderwünsche zahlt eh die Emmericher Bürger.