Wenn Kindern das Zusammensein mit Hunden gut tut

Sozialpädagogin Nina Baur aus Elten mit ihren Hunden Murphy und Duncan.
Sozialpädagogin Nina Baur aus Elten mit ihren Hunden Murphy und Duncan.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Sozialpädagogin Nina Baur aus Elten besucht die Emmericher Grundschulen mit ihren beiden Hunden. Die Australian Shepherds Murphy und Duncan sind überaus intelligent.

Emmerich..  Murphy kann eine ganze Menge. Sich auf Kommando schlafen legen zum Beispiel. Eine Acht durch die Beine des Herrchens laufen. Mit der Schnauze würfeln. Oder die Pfote auf die Nase setzen, um sich zu schämen. Der Australian Shepherd von Sozialpädagogin Nina Baur will schließlich nicht nur körperlich gefordert werden. Der intelligente Vierbeiner liebt Auslauf und Suchspiele gleichermaßen. Gemeinsam mit dem gerade ein Jahr jungen Duncan ist Murphy auch Liebling vieler Grundschulkinder in Emmerich.

Nina Baur besucht im Auftrag der Waisenhausstiftung mit ihrem vierjährigen Musterschüler, einem Therapiebegleithund ohne (offiziell getestetes) Aggressionsverhalten, nicht nur die Rheinschule. Sondern auch die übrigen Grundschulen der Stadt. Dazu Flüchtlingskinder. Donnerstags und freitags ist sie jeweils zwei Stunden in der Leegmeer-Schule zu Gast.

Natürlich Angst abbauen

„Kindern tut das Zusammensein mit den Hunden gut“, betont Baur. Die gebürtige Mülheimerin, die es in jungen Jahren nach Elten zog, zielt dabei nicht nur darauf ab, die meist natürliche Angst gerade kleiner Kinder vor Hunden abzubauen. „Es geht vor allem auch um Rücksichtnahme aufeinander und um die Akzeptanz in einer Gruppe“, sagt Baur, „dabei hilft der Hund, auf den Kinder in der Regel besondere Rücksicht nehmen, wenn er im Raum mit dabei ist.“

Die Sozialpädagogin mit Fortbildung in tiergestützter Pädagogik hatte sich nach dem Fachabitur sowie der Ausbildung zur Steuerfachfrau beruflich umorientiert. „In jungen Jahren kann man den Berufswunsch nicht wirklich abschätzen. Büro war nicht mein Ding.“

Baur verquickte ihr Hobby, die Hunde, mit dem Beruf. Der hat sich zu einer 25-Stunden-Woche ausgedehnt. „Ich wollte es auch so“, betont Baur. Die Tierliebhaberin studierte vier Jahre Soziale Arbeit in Nimwegen, knüpfte im Rahmen ihrer Praktikumstage die Kontakte. Zur Rheinschule beispielsweise. Stellte auch dort ihre Ideen vor.

Das Modellprojekt mit Murphy und Duncan läuft in kleinen Gruppen mit bis zu acht Kindern. Gern eher weniger. Dass Hunde bis zu siebenmal lauter hören als Menschen, das macht Nina Baur den Schülern bewusst. „Die Kinder nehmen Rücksicht, weil sie merken, wenn der Hund zu viel Krawall spürt.“ Murphy piept unzufrieden und verzieht sich dann meist in seine Box, wenn er genervt ist.

Vor dem Spielen und Zusammensein mit dem „Freund mit Fell“ stehen Regeln und ein Video. Nicht zu laut werden, nicht vor dem Hund weglaufen – sind zwei goldene Hinweise. Murphy gibt zur Begrüßung sein Pfötchen und spielt gern. Dass Kinder wegen Nina Baurs Arbeit selber einen Hund haben wollen, liegt auf der Hand. „Beschwert haben sich Eltern deshalb bei mir aber noch nicht.“

Übrigens:

Im deutschen Fernsehen erlangte der überaus intelligente Border Collie Rico im März 2001 bei der ZDF-Show „Wetten, dass . . .?“ für seine Vierbeiner-Gilde Berühmtheit.

Satte 200 verschiedene, auf dem Boden verstreute Gegenstände sollte er erkennen und herbeischaffen, wenn Herrchen den Namen des Gegenstandes nannte. Der Hund löste die Aufgabe fehlerfrei.