Wenn „Der Käfer“ wieder ausgegraben wird

Hat schon 1997 seiner kreativen Ader freien Lauf gelassen: Thomas Hesse.
Hat schon 1997 seiner kreativen Ader freien Lauf gelassen: Thomas Hesse.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Thomas Hesse und Renate Wirth haben den achten Niederrhein-Krimi herausgebracht. „Der Käfer“ spielt auch an der Reeser Promenade und rund ums Schloss Anholt.

Rees/Isselburg..  Der Aufhänger entsprang einer mysteriösen Polizei-Meldung. Dort stand kürzlich geschrieben, dass jener vor Jahren verbuddelte „Käfer“ aus dem Volkswagen-Bestand gefunden wurde, der einst in einen tödlichen Unfall verwickelt war. Der Fall nahe der niederländischen Grenze wurde nie aufgeklärt. Thomas Hesse und Renate Wirth haben die neblige Realität in ihrem neuesten Niederrhein-Krimi „Der Käfer“ fiktiv weitergesponnen.

Achtes Buch seit 2005

Für den einstigen Zeitungsjournalisten Hesse sowie Therapeutin, Künstlerin und Autorin Wirth ist’s bereits das achte Buch seit 2005, das meist rechts des breiten Flusses spielt. Diesmal unter anderem an der Reeser Rheinpromenade und rund um das Schloss Anholt. Auch der eine oder andere leibhaftige Reeser und Isselburger ist ins kriminelle Geschehen involviert. Prominente hatten in früheren Büchern auch schon kurze Auftritte. Die in Wesel agierende Dolly Buster etwa. Oder der Dinslakener Schlagerbarde Michael Wendler.

Im „Käfer“ hat Hauptkommissarin Karin Krafft mit einem vorschnell zu den Akten gelegten Todesfall einer alten Dame zu tun, dazu mit einem toten Mädchen und als Drogen-Kuriere eingekaufte Senioren. Der Mix ist skurril und eher heiter.

Dafür bürgt das familiär gestrickte Spannungsfeld des Kommissariats, aus dem sich der Leser seinen emotionalen Favoriten herauspicken kann. Karin Kraffts Kollege Gero von Aha beispielsweise setzt sich gern mal unverfroren über Dienstvorschriften hinweg, um ans Ziel zu gelangen. Mit dabei sind auch: Nicolas Buurmester mit seinem Faible für schrille Kleidung, Jerry Patalon aus dem ärmlichen Karibik-Staat Haiti, Drogensuchhund Woodstock sowie der eher unsympathisch wirkende Kommissar Drechsler.

Thomas Hesse und Renate Wirth waren wieder umfangreich in der Region unterwegs. „Die Darstellung der Orte muss schon stimmig sein, dafür ist immer etwas Recherche notwendig“, unterstreicht Hesse.

Der sieht sich in der Sparte der Unterhaltungsschriftsteller. Und damit in guter Gesellschaft. Regionale Fiktiv-Kriminologen wie Kluftinger aus dem Allgäu oder Ostfriesland-Ermittlerin Ann-Kathrin Klaasen erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch abzulesen an guten Verkaufszahlen. Sowohl als gedrucktes, als auch als elektronisch bereitgestelltes Buch, kurz e-book.

Den etwas anderen Lokalkrimi im Fernsehen verkörpert beispielsweise die erfolgreiche WDR-Serie „Mord mit Aussicht“. Die ins fiktive Eifel-Kaff Hengasch versetzte Großstadt-Kommissarin Sophie Haas bekommt es, für deutsche TV-Verhältnisse überaus slapstikhaft humorvoll, mit schläfrigen Kollegen und in Frittenfett getränkten Campingplatz-Leichen zu tun.

Kopf-Kino durch ein Buch

Vorbild für Thomas Hesses kreatives Schaffen neben täglicher journalistischer Arbeit war allerdings das bekannte Autoren-Trio Leenders/Bay/Leenders. Das erschuf von 1992 bis 2013 genau 21 Niederrhein-Krimis. Meist spielten die Fälle in oder in der Nähe von Kleve.

„Gut geschrieben, ohne großen gesellschaftskritischen Ballast, Atmosphäre, Tonfall und Sturheit des Niederrheiners treffend“, so beschreibt Hesse seinen Krimi-Stil. Der lokal interessierte Literatur-Narr braucht übrigens keine mittlerweile handelsüblichen, explizit beschriebenen Gewaltexzesse zu befürchten. Hesse: „Gemetzel oder ausschweifenden Sex gibt es eher weniger. Es ist ohnehin viel reizvoller, durch ein Buch das Kino im Kopf anzuregen.“

Übrigens:

Der brandneue Niederrhein-Krimi „Der Käfer“, im Kölner Emons-Verlag erschienen, ist 288 Seiten stark und kostet 10,90 Euro.


Co-Autor Thomas Hesse stellt das Buch auch in Lesungen vor. Und zwar am 16. April um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Rees, Markt 18. Am Freitag, 13. November, ist ab 19.30 Uhr eine Kamin-Lesung im Schloss Anholt angesetzt.


Für die Leser verlost die NRZ drei Käfer-Bücher. Wer gewinnen will, der schreibt eine Mail an lok.emmerich@nrz.de. Und zwar bis kommenden Sonntag, 29. März, 24 Uhr, unter dem Stichwort „Der Käfer“.