Wenn der Glaube Berge versetzen muss

Ostern feiern die Christen die Auferstehung des Herrn. Sie glauben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Mit dem Glauben in irdischen Dingen ist das eine andere Sache. Gibt das noch was mit Schoofs auf dem Neumarkt? Traben die Pferde einmal über saftig-grüne Wiesen von Borghees Village? Wird Wemmer + Janssen mehr als ein Parkplatz?

Sind das nur die Fragezeichen von notorischen Pessimisten und Schwarzmalern? Von Nörglern, die nur ihr eigenes Süppchen kochen wollen, wo doch eigentlich alles in Butter ist? Leben Skeptiker und Schönredner hier etwa in zwei verschiedenen Städten?

Bürgermeister Diks hat ja recht, wenn er gebetsmühlenartig wiederholt, dass hier auf hohem Niveau lamentiert werde und Emmerich deutlich besser sei als sein Image. In einigen Bereichen ist die Stadt ja auch wirklich gut aufgestellt, wird hervorragende Arbeit geleistet. Aber woher kommt dann nur dieses vermaledeite Image? Der Bürgermeister sollte sich fragen, ob die Stadt selbst genug tut, um es aufzupolieren.

Fakt ist: Emmerich steht seit langem im Konkurrenzkampf mit anderen Kommunen, die strampeln, die investieren. Auch in der niederländischen Nachbarschaft. Sollte etwa Zevenaar sein Outlet Center wirklich noch realisieren, kann Diks sich seinen jüngsten Traum vom City Outlet abschminken. Es sei denn, es geht noch ein kräftiger Ruck durch Emmerich: bei Einzelhändlern, Hausbesitzern, Politik, Verwaltung, Bürgerschaft - so wie er bei der Einweihung der Rheinpromenade aufblitzte.

Der Glaube versetzt Berge, sagen die einen, „allein mir fehlt der Glaube“, sagt Goethe. Hoffen wir einmal an diesem Oster-Wochenende, dass nicht nur das Wetter in Emmerich gut wird.