Wenn aus der Idee eine Herzensangelegenheit wird

Die Ausstellung „In der Ebene – Kunst und Literatur auf Höfen und in Kunstvereinen“ startete im PAN.
Die Ausstellung „In der Ebene – Kunst und Literatur auf Höfen und in Kunstvereinen“ startete im PAN.
Foto: FUNKE Foto Services
Im Emmericher PAN-Kunstforum eröffnete nun eine Ausstellung unter dem Titel „In der Ebene – Kunst und Literatur auf Hö fen und in Kunstvereinen am Niederrhein“.

Emmerich..  Ungewöhnlich war die Idee der beiden Schwestern Barbara und Maria Baumann aus Rees, ihre „Herzensangelegenheiten“ zu veröffentlichen. Um Missverständnissen sogleich vorzubeugen, sei gesagt, dass damit ihre künstlerischen Arbeiten gemeint sind. Mit Hilfe ihres Bruders, der als Mediziner Schweineherzen fachmännisch schichtweise sezierte, fotografierten sie diese Schichten, setzten sie dann in geeigneten Details wieder zusammen. Klebten diese, wobei sie auf ideale Farbzusammenstellung achteten, auf Fotopapier.

Folien hinter Glas

Die Folie klebten die Schwestern hinter Glas und konnten sie dann als ihre „Herzensangelegenheit“ dem Publikum servieren. Diese Werke waren, wie auch andere Ausstellungsstücke, Teil einer Vernissage im Rahmen des Projektes „In der Ebene – Kunst & Literatur auf Höfen und in Kunstvereinen am Niederrhein“. Dazu steigen in diesen Wochen insgesamt zehn Kunstveranstaltungen in den Kreisen Wesel und Kleve (die NRZ berichtete). Diese beweisen, dass die niederrheinische Landschaft viele Künstler zu außergewöhnlichen Experimenten in den Bereichen Kunst und Literatur inspiriert hat.

Ursprünglich sollte die Ausstellung, die jetzt im Souterrain des PAN in Emmerich zu sehen ist, im Haus van der Grinten in Kranenburg ihren Platz finden. Aus familiären Gründen verlegte man die Ausstellung allerdings kurzfristig mit Zustimmung von Christiane van Haaren, der PAN-Kuratorin, in das Plakatmuseum an der Agnetenstraße. Dort sind Werke von Mario Reis, Barbara und Maria Baumann, Andreas Erb und Anna Zibler zu sehen.

Carla Gottwein, die Initiatorin des Projektes, das vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt wird, führte nach der Begrüßung durch Christiane van Haaren in die Ausstellung ein. Dabei staunten die Zuhörer nicht nur über die außergewöhnlichen Techniken der Künstler. Sondern auch über die Ideen, die zur Realisierung führten.

Da ist neben den „Herzensangelegenheiten“ auch Mario Reis zu erwähnen, der das Wasser verschiedener Flüsse als Malmedium nutzte. Dabei legte er einen mit einem Baumwolltuch bespannten Rahmen in einen Fluss. Die Sedimente des Flusses lagerten sich ab, und so entstand nach einiger Zeit eine interessante Struktur, ein „Selbstporträt der Flüsse“. In einer Serie zeigte Reis die Ablagerungen von Flüssen aus vielen Ländern der Erde.

Großbilder und Collagen

Auch Anna Zibler aus Gummersbach hat sich in ihren Bildern mit Landschaft und Landwirtschaft beschäftigt. Ihre großformatigen Bilder zeigen Szenen aus dem dörflichen Leben.

Andreas Erbs künstlerischer Schwerpunkt schließlich ist die Zusammenstellung von Collagen, die er in fünf Jahren als Tagebuch gesammelt hat. Interessante Motive werden hier in klaren Strukturen zusammengesetzt.