Weltverband der Jersey-Züchter besuchte Hof in Rees

Hoher Besuch auf der Weide von Gut Laakhausen. 59 Jersey-Züchter schauten sich die Zuchtergebnisse des Empeler Landwirtehepaars Klinkhammer an.
Hoher Besuch auf der Weide von Gut Laakhausen. 59 Jersey-Züchter schauten sich die Zuchtergebnisse des Empeler Landwirtehepaars Klinkhammer an.
Foto: FUNKE Foto Services
Ziel war Gut Laakhausen, der Hof von Heidrun Weber-Klinkhammer und Robert Klinkhammer. Dort schauten sich die Experten den Fischgrät-Melkstand, das Stroheinstreugerät und natürlich die Milchkühe an.

Empel..  Für Trevor Saunders hat sich die Reise von Australien nach Empel gelohnt. Auf dem Gut Laakhausen ließ er sich von Landwirt Robert Klinkhammer das Stroheinstreugerät erklären. Nein, eine solche Maschine habe er noch nie gesehen, bekannte der Rinderzüchter. „Können Sie mir einen Kontakt zum Hersteller vermitteln?“, fragte er Klinkhammer. Dieser bejahte. Gestern besuchten 59 Mitglieder des Weltverbands der Jersey-Züchter zwei Höfe am Niederrhein, zunächst den von Heidrun Weber-Klinkhammer und Robert Klinkhammer in Empel, dann den von Arno Leurs in Kerken-Winternam.

Herde mit 60 Kühen

60 Jersey-Kühe umfasst die Herde der Klinkhammers. „Davon könnten wir nicht leben“, wunderte sich Winsome Anderson aus Australien über die überschaubare Herde. Ihre drei Söhne haben 800 Kühe zu versorgen, Trevor Saunders und seine Frau Anthea Day gleich 4000 Tiere. „Wir benötigen aber auch weitere Standbeine“, dämpfte Klinkhammer derartige Hoffnungen. Der 59-Jährige kauft Eier bei einem Landwirt ein, der gleichbleibend hochwertige Qualität bieten kann, fährt diese viermal die Woche aus und vermarktet zudem nicht nur Eier, sondern auch Kartoffeln, Äpfel und Honig direkt ab Hof.

Die Besucher hörten gespannt zu. Ihr Hauptinteresse galt aber den Milchkühen. 1989 haben die Klinkhammers mit 20 Tieren ihre Herde aufgebaut. „Die Milchmenge war kontingentiert, uns waren aber keine Fettprozente zugewiesen“, blickt der Empeler zurück. Da die Jersey-Rasse Milch mit hohem Fettanteil liefert, fiel die Wahl auf sie. „Inzwischen sind wir bei 5,29 Prozent Fett und 3,97 Prozent Eiweiß“, so Klinkhammer. Und einer Leistung von 7335 Litern Milch pro Kuh und Jahr. „Die Qualität liegt also deutlich über dem Durchschnitt“, lobte Alfons Heyen, inzwischen Rentner, aber bis 2009 Kreistierzuchtberater. Solche hohen Leistungen, so fuhr er fort, seien Kritikern ein Dorn im Auge. „Sind aber unumgänglich, um überhaupt wirtschaftlich arbeiten zu können“, so Heyen. Denn die festen Kosten des Betriebs seien hoch. „Allein der Pachtzins treibt einem die Tränen in die Augen“, so Heyen. Dieser, so hatte er gerade von einem Landwirt in Hessen erfahren, betrage dort nur ein Viertel.

„What a beautiful countryside! (Welch’ schöne Landschaft)“, schwärmte Rhonda West über den Niederrhein. Sie war aus Neuseeland angereist, andere aus den USA, Kanada, Südafrika, Italien, England, Australien, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, von der Insel Jersey und natürlich Dänemark, der Heimat der Jersey-Rinder. Einmal pro Jahr sind die Rinderzüchter im Rahmen ihrer Generalversammlung irgendwo auf der Welt unterwegs, um Erfahrungen mit Jersey-Züchtern weltweit auszutauschen. Dazu hatten sie in Empel viel Gelegenheit – vor allem bei den kleinen Elf-Ührken-Bees und -Schnaps, den Heidrun Weber-Klinkhammer an mit Pfingstrosen dekorierten Biertischen servierte. Und natürlich gab es eine Kostprobe der Hühnereier. Hart gekocht und bunt gefärbt.