Welcher Wagen für welchen Typ?

Noch schnell anschnallen, und los geht’s auch schon für  NRZ-Lokalchef Norbert Kohnen zum nächsten Termin. Er hat diverse Modelle getestet, doch in punkto Einsteigekomfort ist der Golf Plus sein ganz persönlicher Favorit.
Noch schnell anschnallen, und los geht’s auch schon für NRZ-Lokalchef Norbert Kohnen zum nächsten Termin. Er hat diverse Modelle getestet, doch in punkto Einsteigekomfort ist der Golf Plus sein ganz persönlicher Favorit.
Foto: Funke Foto Services
Welches Auto passt zu wem? Die NRZ fragte bei den Autohäusern in der Umgebung nach, was ihre Favoriten sind. Letzte Folge der großen NRZ-Serie „Darauf fahr’ ich ab“ .

Irgendwie bin ich am Ende immer auf den Golf abgefahren. Bei der Farbe war ich weniger wählerisch: Weiß, Grün, Silber Metallic, Schwarz. Beim vorletzten Autokauf wollte ich was Neues ausprobieren. Also bat ich Auto Peters, mir auch ein paar andere Marken zu besorgen. Es durfte durchaus was Größeres sein. Die Gründe lagen klar auf der Hand: Bei einer Länge von über 1,90 m und einem gelegentlich krummen Rücken darf es im fortgeschrittenen Alter auch etwas bequemer und komfortabler sein.

Doch ich erlebte eine Enttäuschung. Um in den vorgeführten Mercedes (A Klasse), Opel oder BMW einzusteigen, musste ich üble Verdrehungen vollziehen, die nur meine bessere Hälfte amüsierten.

Am Ende stieg ich, leicht genervt, in einen Golf Plus – und siehe da: Ich kam bestens rein und wieder raus. Meine Miene erhellte sich. Seitdem fahre ich schon den zweiten „großen“ Golf. Muss aber selbst staunen, dass auch der vergleichsweise kleine VW Up! für mein gut gepolstertes Knochengerüst kein Problem darstellt.

Taxen dagegen, egal ob es sich um Karossen aus München oder Ingolstadt handelt, sind für mich mehr Qual als Lust. Ich bin immer froh, wenn ich es ohne all zu große Verrenkungen auf den Beifahrersitz schaffe und nach der Tour kopfbeulenlos wieder rauskrabbeln kann.

Für mich ist also der schmerz- und akrobatikfreie Ein- und Ausstieg beim Autokauf das A und O. So ist das bei mir. Aber worauf achten andere Autofahrer? Wie kommen sie klar? Was sind die Favoriten? Kurzum: Welcher Wagen für welchen Typ? Diese Frage haben wir Verkäufern in Autohäusern in der Region gestellt. Und folgende Antworten bekommen.

Ralf Scheers (Fisser+Scheers) empfiehlt hochgewachsenen Zeitgenossen den VW Sharan, sportlichen den Scirocco, Senioren Touran/ Tiguan, großen Familien ab sieben Personen den Sharan und Leuten mit lädiertem Rücken den Sportsvan, „je nach Geldbörse“.

Bei Mercedes Herbrand fahren „Riesen“ am besten mit dem GLE (Nachfolger der M-Klasse), „wegen des üppigen Raumangebotes und hohen Einstiegs“, so Tim Büskens. Familien sollten sich mit der V-Klasse anfreunden. Dem Gesundheitsaspekt trägt die E-Klasse mit „Ausstattungshighlights für einen gesunden Rücken Rechnung“, und die sportive Variante ist der C 63 AMG, mit flottem Design, und der GT mit bis zu 510 PS.

Rolf Hüting (Mitsubishi) macht’s kurz und knapp: Pajero, L200 und Outlander für großgewachsene Kunden mit körperlichen Einschränkungen. Wegen der erhöhten Sitzposition und guter Übersicht. Der wendige, spritarme Space Star ist was fürs Jüngere und der Lancer eher was für Sportliche.

Bei Opel Tiggelbeck ist die Einteilung ganz klar: Zafira für die Größeren, Astra GTC für die Sportlichen und Opel Adam für die Jüngeren. Die Senioren sitzen im Meriva und im Mokka schön hoch, und Rückengeschädigte können sogar in zertifizierten Polstern Platz nehmen. „Für sie gibt es die Sitze mit dem Gütesiegel AGR, Aktion Gesunder Rücken“, erläutert Benedikt Tiggelbeck.

Die Zuordnungen sind auch im Autohaus Trockle recht eindeutig. Ulrich Sailer empfiehlt der hochgewachsenen Kundschaft den Fiat Punto und den Alfa Romeo Giulietta: „Für beide Fahrzeuge gilt eine großzügige Innenraumgestaltung sowie eine niedrige, einstellbare Sitzhöhe.“

Der eher sportliche Fahrer dürfte auf den Alfa Romeo Mito und den Fiat 500 Abarth abfahren. Vorzüge: kompakt, sportlich, individuelles Styling und üppige Motorisierung. Senioren empfiehlt er den einfach zu bedienenden Fiat Panda und den Fiat 500X wegen seines komfortablen Fahrverhaltens. Familien sollten beim Fiat Freemont nicht lange fackeln wegen seines „verschwenderisch großen Raumangebots, Offroad-Fähigleuen, Video-Entertainment an Bord, unschlagbar viel Auto für den günstigen Preis“. Sailer hat’s drauf, er selbst fährt in seiner Freizeit Motorrad.

Christian Janssen (Wemmer und Janssen) legt hochgewachsenen Leute den Opel Insignia Sports Tourer ans Herz, wegen des „eleganten Designs, vereint mit den Vorteilen eins Kombis und der außergewöhnlichen Flexibilität im Innenraum“. Auch hier empfiehlt man Senioren den Opel Meriva und Familien den Zafira Tourer.

Leute mit Rückenleiden haben bei Janssen die Qual der Wahl: „Alle Opel-Modelle lassen sich mit einem speziellen Ergonomie-Sitz mit Gütesiegel bestellen“, sagt Janssen. Das wird von einer Expertenkommission aus Ärzten und Therapeuten verliehen. Der Ergonomiesitz mit Gütesiegel sei für Fahrer und Beifahrer erhältlich.

Karl Drost rührt für den Mazda MX 5 die Werbetrommel, der im Sommer in der vierten Generation erscheint. „Einen MX 5 aus der ersten Generation fahre ich selber“, sagt Drost. Offenbar ein Auto für jeden Typ.