„Weil wir es können“

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Haffen..  Venedig ist die Stadt der Kanäle, Brucken, der seicht über das Wasser gleitenden Gondeln. Eine Stadt, die für Glanz und Eleganz, für Romantik und gute Laune steht. All das möchte der Haffener Karneval mit seinem venezianischen Themenabenden aufgreifen. Letzte Woche bei dem von den Funken organisierten Abend und auch beim Frauenkarneval der kfd am Freitag.

Und so viel auch die Begrüßung dementsprechend aus. Mit rotem Teppich und Sektempfang. Auch der Einmarsch des elfköpfigen Frauenteams stand im Zeichen der venezianischen Masken und buntem Spektakel. Sie sangen „Echte Frauen, stohn tesamen“ und zeigten somit gleich, wer an diesem Abend das Sagen hatte. „Frauen, Frauen, Frauen“, griff das Dreigestirn auch genau das auf, was sich viele Männer in diesem Dorf wohl schon häufiger gedacht haben: „Warum macht ihr das alles?“ Denn in Haffen regiert ein weibliches Dreigestirn, eine Königin ist das Oberhaupt der Schützen und sogar der Ortvorsteher ist weiblich. „Weil wir es können“, lautete die schlichte Antwort. Und was Frauen ebenfalls ganz besonders gut können, ist Karneval.

Wenn Männer ihre Tage hätten...

Klar, dass dabei die Männer ganz besonders aufs Korn genommen wurden. Sei es in einem Sketch, der von einem 50-jährigen Muttersöhnchen handelte, dessen plötzlicher Freiheitsdrang abrupt von der Tatsache gestoppt wird, dass er immer noch nicht allein über die Straße gehen kann. Oder in einem weiteren Sketch, der mit feiner Süffisanz das Thema Männer und Handwerk aufgreift, und natürlich letztendlich die Frau die passende Lösung findet. Besonders gelungen waren auch die Überlegungen, wie Männer wohl mit der Periode umgehen würden. „Die hätten eine Matratze in der Hose und einen Patronengürtel mit Tampons“, lautete die Vermutung. „Damit es auch ja jeder sieht!“

Aber nicht nur die Männer bekamen ihr Fett weg. Die Waschweiber thematisierten alles, was sich so im Dorf ereignet hat. Die Mehrer Königin und ihr Jogginganzug waren ebenso Thema wie die geballte Frauenpower im Dorf, die angespannte Wohnungssituation und dass das Phänomen „Whatsapp“ längst nicht nur bei den Jüngeren angekommen sei.

Bei dem Sketch „Funken suchen ein zuhause“ stellten sie einen aus-gesetzten Funken vor, der an Aschermittwoch völlig dehydriert aufgefunden wurde und vergeblich auf der Suche nach gleichgesinnten oder doch zumindest einem Asyl ist, denn eines ist klar, Funken sind Rudeltiere.

Bei so viel Sketchen, denn das Programm war voll, kamen auch die Tanzdarbietungen nicht zu kurz. Die Prinzengarde und die Coolen Kids zeigten ihre flotten Gardetänze, die Diamond Girls mit Jungfrau Heike verführten das Publikum in die Welt der Vampire und wurden kurzerhand verpflichtet, im nächsten Jahr bloß wiederzukommen, und auch die Seniorentanzgruppe Golden Girls zeigte, was man mit weit über 80 Jahren noch alles drauf hat. Das Publikum war außer Rand und Band und feierte die rüstigen Frauen für diesen tollen Auftritt. Zum Schluss kam noch „Helene Fischer“ nach Haffen. Gemeinsam mit dem Dreigestirn gab sie den Saal frei für eine zünftige Party.