Wegweisende Entscheidung
09.02.2011 | 16:55 Uhr 2011-02-09T16:55:00+0100
Emmerich.Der Neumarkt beschäftigt Emmerich. So viel ist gewiss. Am 23. Februar werden, wie mehrfach berichtet, im PAN die Bürger erstmals informiert und einbezogen. Die Verwaltung stellt die Konzepte und das aktualisierte Einzelhandelskonzept vor. Die „große Lösung“ (ITG) wie auch die kleinere Variante (Welasa) stehen im Fokus.
„Die Bürger
müssen entscheiden“
Für die Emmericher Werbegemeinschaft (EWG) gilt dabei vor allem eines: „Die Bürger müssen entscheiden“, sagt Ralf Verhey. Der 45-Jährige ist zurück im Kommandostand der EWG. Verhey ist einer von sieben Vorstandsmitgliedern, das immerhin schon seit mehr als 13 Jahren. Die wichtige Frage sei, was braucht Emmerich? Gibt es eine Umstrukturierung oder eine Neuentwicklung? Sprich, ziehen die vorhandenen Einzelhändler nur um, oder finden neue Unternehmen ihren Platz am Neumarkt?
Für die Emmericher Werbegemeinschaft wegweisend. Denn ihr Problem sei schnell und einfach formuliert, sagt Verhey.: „Wir haben zu wenige Mitglieder.“ Derzeit sind es rund 90 – mit den Außenbezirken gebe es ein Potenzial in Emmerich von gut 200 Einzelhändlern. „An die müssen wir herankommen“, weiß der Inhaber der Bäckerei Bröd’je, der Ende 2010 die Nachfolge von Sven Degen als Vorsitzender übernahm. Nur wie sind die Einzelhändler mit ins Boot zu holen? Verhey glaubt, „viele verbinden uns nur mit drei Veranstaltungen im Jahr.“ Das stimme nicht! Denn neben den vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr hat die EWG mehr zu bieten. „Die EWG sitzt etwa im Planungs- und Lenkungsausschuss. Bietet Werbung nach Außen an. Beispielsweise Radio- und Anzeigenwerbung“, erklärt Schriftführerin Jutta Conrad-Hering die Vorzüge. Zudem stelle man die Verbindung zur Stadt her. Was Verhey im Übrigen lobt: „In den letzten vier bis fünf Jahren hat sich auf dieser Ebene sehr viel getan“, sagt der Vorsitzende. „Vor allem Bürgermeister Johannes Diks gilt da der Dank.“
Meht Mitglieder, mehr Druck
Doch derzeit sind der EWG die Hände gebunden. „Zu wenige Mitglieder, zu wenig Geld“, bekräftigten Verhey und Conrad-Hering unisono. Zudem würde der Einfluss etwa auf die Politik zunehmen. Frei nach dem Motto: Mehr Mitglieder, mehr Druck. „Wenn wir mit 160 Einzelhändler hinter einer Sache stehen und sagen, so geht das nicht, hat dies mehr Wirkung als mit 90“, so Verhey.
Der Mitgliedsbeitrag richtet sich je nach Lage des Einzelhändlers. In der Innenstadt, etwa an der Kaßstraße oder Rheinpromenade zahlt man 180 Euro im Jahr, in den Außenbezirken rund 80 Euro weniger. Derzeit sind „nur“ 50 Prozent aller Einzelhändler Mitglied bei der EWG – 2012 steht der 40. Geburtstag der Werbegemeinschaft vor der Tür. Eine Zahl X habe man sich bis dahin nicht als Ziel gesetzt. Dennoch: Die EWG muss wachsen.
Der Neumarkt – egal, welches Konzept das Rennen macht – kann ein wichtiger Schritt für die EWG werden. Für Verhey ist ganz klar: „Beide Varianten, ob groß oder klein, bringen eine Veränderung in der Stadt.“ Das Potenzial müsse man dann nutzen.
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