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Was ist mit den 40 Mio. Euro für die Sicherheit?

09.01.2016 | 03:00 Uhr
Was ist mit den 40 Mio. Euro für die Sicherheit?
Tauschten sich über die Betuwe-Probleme aus (v.l.): Bürgermeister Peter Hinze, Anwohner Michael und Manuela Derksen, die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Spanier-Oppermann und Anwohner Hans Wimmers.Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Spanier-Oppermann will klären, wie es um die geforderten zusätzlichen Mittel für die Betuwe-Streckensicherheit steht. Besuch in Emmerich.

Es ist höchste Eisenbahn! So zumindest sieht es der Emmericher Stadtbrandmeister Martin Bettray bei der Betuwe-Streckensicherheit. „Wir sind mehr als besorgt. Im Moment stehen wir mit leeren Händen da“, sagt Bettray. Es geht um die von den Feuerwehren entlang der Bahnroute geforderten 40 Millionen Euro an zusätzlichen Mittel, um ein Mindestmaß an Sicherheitsstandards beim dreigleisigen Ausbau zu erreichen. Unlängst haben zwar etliche hochrangige Politiker beteuert, dass es an dieser Summe nicht scheitern werde, aber nach wie vor gibt’s nichts Konkretes. „Ich möchte am liebsten ein Schriftstück auf dem Schreibtisch haben“, sagt auch Bürgermeister Peter Hinze.

In zwei Wochen stehe, so Bettray, ein wichtiger Gesprächstermin zwischen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sowie Gerd Auschrat, Sprecher des Arbeitskreises Streckensicherheit an der Betuwe, an: Wenn sich da nichts ergebe, dann ist Bettray skeptisch, dass es noch was wird, mit der gewünschten Sicherheit.

Am Freitag war erstmals Ina Spanier-Oppermann in Emmerich. Die Krefelder SPD-Landtagsabgeordnete ist auch für den Kreis Kleve zuständig. Nach einem Gespräch mit Hinze im Rathaus stand ein Besuch bei Anwohnern an der Bahntrasse an. So konnte sie vor Ort sehen, wie ernst die Sorgen der Bürger sind. „Am Dienstag treffe ich NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Ich werde ihn fragen, wie es um die 40 Millionen Euro steht und die Emmericher informieren“, versprach sie. Denn schlussendlich, so Peter Hinze, müssten Groschek und Dobrindt vereinbaren, wie sich Land und Bund die 40 Millionen Euro aufteilen.

Kein Entgegenkommen der Kirche

Der Betuwe-Ortstermin fand bei Michael und Manuela Derksen an der Eduard-Künneke-Straße statt, wo die Bahntrasse nur wenige Meter am Haus vorbei führt. Nachbar Hans Wimmers monierte, dass er schon so lange auf Antworten der Bahn auf seine Einwendungen warte. Derweil muss er sich jeden Abend zwischen 23 und 0 von einem 40 Waggons zählenden Zug, der starke Erschütterungen erzeuge, wecken lassen.

Manuela Derksen fordert von der Politik mehr Unterstützung. Ihr Haus erlebe durch das immer stärkerer Zugaufkommen einen enormen Wertverlust: „Die Zentralrendantur ist nicht bereit, die Erbpacht zu senken. Wir tragen die Verluste allein. Und verkaufen kann ich mein Haus auch nicht mehr zu einem angemessenen Preis. Hier würde ich mir Unterstützung durch die Regierung wünschen. Da lässt uns die Politik im Stich.“ Von der verminderten Lebensqualität, dass man im Garten kaum noch einen Kaffee in Ruhe trinken kann, sei noch gar nicht gesprochen. Michael Derksen ergänzt: „Unser Eindruck ist es, dass die Bahn alle Probleme aussitzt.“

Der Besuch in Emmerich kam zustande, nachdem eine Gruppe aus Emmerich im Landtag in Düsseldorf von Ina Spanier-Oppermann empfangen wurde.

Die Sozialdemokratin möchte ein Zeichen setzen: Politik dürfe nicht vom Schreibtisch aus gemacht werden, sie will vor Ort Präsenz zeigen.

Marco Virgillito

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