Was die Enkel so in der Grundschule treiben

Emmerich..  Das Jahr 2015 begann für die Evangelische Frauenhilfe nicht gut. Zum Neujahrsempfang gestern Nachmittag in den Räumlichkeiten an der Hansastraße fehlte die erkrankte Leiterin Ellen Vetter. „Wir denken nicht nur an Ellen, sondern an alle Frauen, die nicht bei uns dabei sein können“, hob Annette Fergen hervor. Vetters Stellvertreterin brachte den traditionellen Nachmittag bei Kaffee, Schnittchen, verspätetem Silvestersekt und biblischem Gesang bravourös über die Bühne. Und bekam dafür anerkennenden Applaus der Runde.

„Unsere vierzehntägigen Treffen sind beliebt, dazu sozial und emotional wichtig, auch wenn wir lange nicht mehr so viele Frauen sind wie noch vor drei Jahrzehnten“, so Fergen. Von damals 150 ist der Teilnehmerkreis auf 48 geschrumpft.

Für Gesprächsstoff sorgten gestern zwei Lehrerinnen. Anke Neubauer, Leiterin der Eltener Luitgardisschule und bessere Hälfte von Pfarrer Dr. Martin Neubauer, vermittelte mit der Hüthumer Kollegin Ragnhild Rennecke-Kaiser die alltäglichen Schulprobleme. Dabei ging es auch um Dinge, die es früher in dieser Form nicht unbedingt gegeben hat. Schnürsenkel binden oder die eigene Jacke zuknöpfen, stellen den einen oder anderen Pennäler selbst in der dritten Klasse noch vor manch händisches Problemchen. Beispielsweise. Lehrerinnen haben es heutzutage wahrlich nicht leichter als zu jener Zeit, als die meisten Anwesenden die Schulbank gedrückt haben.

Neubauer und Rennecke-Kaiser stellten das Thema Inklusion in den Vordergrund der Schulstunde, die mit einem „Museumsgang“ an Informationsschildchen vorbei und einem Rollenspiel zwischen einer Lehrerin (Rennecke-Kaiser) und dem allwissenden Schulhausmeister (Neubauer in einer Männer-Rolle) garniert wurde.

„Deutschland hat vor fünf Jahren das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterschrieben“, hob Neubauer hervor. Seitdem haben jungen Menschen mit Handicap das Recht, in einer normalen Schule am Unterricht teilzunehmen. Was für alle Beteiligten nicht einfach ist. Schüler mit einer Lernbehinderung (36 Prozent der behinderten Schüler), emotionalen Behinderungen (20 %) oder Sprachbehinderungen (14 %) wollen erst einmal in den Alltag integriert sein.