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Wärme für Magen und Gemüt

08.02.2012 | 17:23 Uhr
Wärme für Magen und Gemüt
Bei den seit Wochen sehr niedrigen Temperaturen nutzen Obdachlose das Angebot für ein warmes Essen im Keller des Aldegundisheims am Hottomannsdeich vermehrt. Foto: Roy Glisson

Emmerich.   Der Mittagstisch im Aldegundisheim wird besonders bei dem anhaltend kalten Wetter von Bedürftigen häufig angesteuert

Wunderschöne Winterlandschaften und klare Luft erfreuen nach einer langen, milden und verregneten Zeit. Schnell werden die dicken Winterklamotten angezogen, und ein langer Spaziergang steht auf dem Programm. Wichtig ist dabei nur, dass man sich, ist die eisige Kälte einmal in die Knochen gekrochen, danach in ein warmes Eckchen verziehen kann. Schnelles Aufwärmen ist angesagt. Dabei hilft eine heiße Mahlzeit, um wieder auf Temperatur zu kommen.

Ehrenamtliches Engagement

Doch dies ist längst nicht für jeden Emmericher eine pure Selbstverständlichkeit. Besonders bei Minusgraden ist es wichtig, dass die Bedürftigen richtig versorgt werden. Gerade in Ausnahmesituationen treten die eigenen Sorgen in den Vordergrund. Dementsprechend geraten fremde Menschen, die auf Hilfe angewiesen und sich nicht alleine versorgen können, schnell in Vergessenheit. Doch genau das verhindern Mechtild Müller und Marianne Giltjes mit ihrem Einsatz für die Hilfsbedürftigen in der Stadt.

Die Frauen zeichnen für den Mittagstisch im Aldegundhisheim verantwortlich. Im Oktober 2011 hatten sie das Amt von Else Zepter übernommen, die aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste (die NRZ berichtete).

Mechtild Müller serviert das Mittagessen. Foto: Roy Glisson

Inzwischen schon seit über zehn Jahren existiert diese, noch von Dechant Gerhard Theben initiierte Einrichtung. „Gerade bei diesem kalten Wetter nutzen viele das Angebot des Mittagstisches. Wenn es draußen friert, herrscht hier drin ein emsiges Treiben“, weiß Müller zu berichten, die an diesen Tagen vor einem besonders großen Berg zu spülender Teller steht. „Das Aldegundhisheim wird als schöner Treffpunkt für die Bedürftigen angesehen“, so die ehrenamtliche Hilfskraft.

Das Ehrenamt wird bei allen Arbeiten rund um den Mittagstisch groß geschrieben, angefangen bei den Fahrern, die die Ware für die Gerichte holen über die Helfer, die spülen und putzen. Ein Metzger aus Elten liefert regelmäßig die warmen Mahlzeiten wie Grünkohl oder Gulasch.

„Bei diesem Wetter bieten wir ab 11 Uhr bereits kostenlos Kaffee und Kuchen an sowie Brot und Brötchen zum Mitnehmen“, erklärt Marianne Giltjes die temperaturbedingten Änderungen.

Gern gesehene Spenden

Kuchen, Brötchen und Brot seien von den Bäckereien Korten, Bröd’je und Teutenberg gestiftet, freuen sich die beiden Helferinnen über die Unterstützung. Jeden Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag gibt es ab 11 Uhr für einen Euro ein warmes Mittagessen. Dienstags und freitags werden Lebensmitteltüten ausgegeben. Diesen Dienstag und Freitag stehe wegen der Kälte im Gebäude zusätzlich Kaffee bereit.

„Es sind unsere Gäste“, strahlen die engagierten Frauen: „Sie treffen sich gerne hier, unterhalten sich. Es ist für sie wie ein Café. So haben sie einmal am Tag ein Ziel.“ Doch nicht nur für die mit warmem Essen Versorgten ist die Hilfe ein Geschenk. Auch die Helferinnen nehmen etwas mit: „Die Aufgabe ist schön, wir machen sie gerne. Auf diese Weise können wir etwas zurückgeben. Vieles, über das man sich beklagt, wird hier ganz unwichtig.“ Zufriedene Gesichter aus beiden Perspektiven. Ein Geben und Nehmen, das allen hilft...

Stephanie Gorgs

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