Vorbild für die Jugend Europas

Das Ensemble „Senza Nome“ spielte zur Ausstellungseröffnung anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Leisner.
Das Ensemble „Senza Nome“ spielte zur Ausstellungseröffnung anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Leisner.
Foto: FUNKE Foto Services
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Eindrucksvolle Wander-Ausstellungseröffnung zum 100. Geburtstag von Karl Leisner, einem der bedeutensten Söhne der Stadt Rees

Rees..  „Ein Vorbild für die Jugend Europas“, so bezeichnete Papst Johannes Paul II. den in Rees geborenen Karl Leisner anlässlich der Seligsprechung am 23. Juni 1996. Die Stadt Rees würdigt Karl Leisner jetzt mit der vom bischöflichen Generalvikariats Münster zur Verfügung gestellten Wanderausstellung – Menschentreue – Glaubenstreue – Hoffnungszeichen.

„Der selige Karl Leisner ist einer der bedeutendsten Söhne unserer Stadt“, sagte Bürgermeister Christoph Gerwers in seiner Rede während der eindrucksvollen Ausstellungseröffnung am Sonntagmorgen im Koenraad-Bosmann-Museum Rees. Er verwies auf die Initiativen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins anlässlich des 100. Geburtstages, Gedenkfeiern, die Tagung des Internationalen Karl-Leisner Kreises und den Festgottesdienst mit dem Weihbischof Wilfried Theising am 28. Februar – dem Höhepunkt der Gedenkveranstaltungen.

Monika Kaiser-Haas, Leisners Nichte und zugleich Vizepräsidentin des Internationalen Karl Leisner Kreises, führte in die Ausstellung ein und skizzierte zunächst detailliert die Biografie Leisners. Besonders stellte sie heraus, dass „Karl“ in Rees seine ersten, wichtigen Glaubenserfahrungen im Elternhaus, im katholischen Kindergarten und der katholischen Volksschule machte, also dort die wesentlichen Grundlagen für seine Persönlichkeits- und Glaubensentwicklung gelegt wurden.

Ein außerordentliches Ereignis sei die Herausgabe einer Sonderbriefmarke am 5. Februar 2015 gewesen – und deren Begründung: „Karl Leisner stand für die Völkerverständigung, für das Verständnis anderer Kulturen und Religionen und den friedlichen Umgang miteinander, für ein ideales christliches Europa der Zukunft“.

Vizepräsidentin Haas erinnerte an die prägenden und erschreckenden Stationen ihres am 12. August 1945 verstorbenen Onkels. Hierüber informiert auch die Ausstellung mit umfangreichem Bildmaterial, Dokumenten, Briefen und Zeichnungen in einer sehr emotionalen Weise und greift strukturiert folgende Themen auf: Die Studienzeit in Münster und Freiburg, die Verhaftung, Gefängnis, die Inhaftrierungen im KZ Dachau und Sachsenhausen, außerdem die Priesterweihe. Dokumentiert sind zudem Feiern, die Seligsprechung, Zeugnisse der Verehrung des seligen Karl Leisners und 60 Jahre nach der Priesterweihe und Primiz.

Monika Kaiser-Haas dankte abschließend für die Gastfreundschaft, für die außergewöhnliche Ehrung zum Gedenken an das Wirken und die Ziele des Seligen Karl Leisner. Ihr Dank galt auch dem Quartett „Senza Nome“ der Haldern Strings, das mit sorgfältig ausgesuchten Musikstücken der Ausstellungseröffnung einen würdevollen Rahmen gab.