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Deichbau

Vorbereitungen für die Deichrückverlegung Bienen-Praest

23.01.2015 | 07:00 Uhr
Vorbereitungen für die Deichrückverlegung Bienen-Praest
Der Kampfmitteräumdienst ihat sein Arbeit aufgenommen. Er durchsucht ein 60 Hektar große Gelände zwischen Bienen und Praest auf Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg hin.Foto: Erwin Pottgiessser

Rees/Emmerich.   Schon Mitte 2017, so sieht es der Fahrplan vor, soll die Deichtrasse für den Planungsabschnitt 4 fertiggestellt sein. „Das ist ein sportliches Unterfangen“, sagt Holger Friedich, Geschäftsführer des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze.

Alles läuft nach Plan bei der Deichrückverlegung, Planungsabschnitt 4, von Bienen nach Praest. Schon Mitte 2017, so sieht es der Fahrplan vor, soll die rund vier Kilometer lange Deichtrasse komplett fertiggestellt sein. „Das ist sportlich“, ahnt Holger Friedrich, Geschäftsführer des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze, über den eng gesteckten Zeitplan, für den sich unlängst auch Landesumweltminister Johannes Remmel stark gemacht hat.

Seit Mitte Dezember sind die vorbereitenden Arbeiten im Gange. Dazu gehört auch die Umsiedlung des Hofes Ricken von der Landesstraße 7 (früher B8) in Höhe Kerstenstraße an den Ortsausgang von Bienen (neben Neubau Köster). „Wir rechnen mit der Fertigstellung des landwirtschaftlichen Betriebs nebst Wohnhaus im Herbst oder Winter dieses Jahres“, sagt Friedrich. Damit werden dann für vier Betriebe und Familien – drei Höfe und eine Gärtnerei – Ersatzbauten geschaffen sein.

Gehölze und Wäldchen gerodet

Auch seit Mitte Dezember ist die Firma Heinrich Loock Erd- und Tiefbau GmbH aus Kleve auf dem Gelände aktiv. Sie hat Zäune niedergerissen, Gehölze und Bäume, sogar ein kleines Wäldchen gerodet. Friedrich: „Alles vorbereitende Arbeiten für die Firma Röhll“, erklärt Friedrich. Diese hat sich auf den Kampfmittelräumung spezialisiert und sucht derzeit mit Spezialgeräten das 60 Hektar große Gelände zwischen dem alten Deichkörper und dem künftigen neuen Deich nach Überresten des Zweiten Weltkriegs ab. Ende März sollen diese Arbeiten beendet sein.

Ab April, wenn die Zeit einer möglichen Hochwassergefahr vorüber ist, sollen dann aber weitere Untersuchungen auf verbliebene Kampfmittel folgen und zwar im alten Deichkörper. „Dieser muss teilweise geschält werden, damit die Sensoren auch wirklich in die Tiefe gehen und gefährliche Stoffe aufspüren können“, erläutert Friedrich. Denn: Den Verantwortlichen des Deichverbands Bislich-Landesgrenze ist es wichtig, dass wirklich alles Gefährliche im Vorfeld gefunden wird. „Zunächst einmal aus Sicherheitsgründen, aber auch, weil wir keine zeitweise Stilllegung der Baustelle riskieren wollen“, so Geschäftsführer Friedrich. Denn ein Ruhen der Baustelle treibt nur unnötig die Kosten in die Höhe.

„Die Firma Röhll arbeitet am Limit“, weiß Friedrich. Grund: Durch die starken Regenfälle der vergangenen Wochen ist der Boden so aufgeweicht, dass die tonnenschweren Fahrzeuge, Bagger, Bohrfahrzeuge mit Sonden tief in den Morast einsinken und nur schwer vorankommen.

Wenn die letzten Fahrzeuge des Teams Kampfmittelräumung abgerückt sind, wird der Neubau des Deichabschnitts PA 4 ausgeschrieben – europaweit, wie vorgeschrieben. Angepeilter Zeitpunkt ist der kommende Sommer.

Der Deichverband Bislich-Landesgrenze steckt überdies derzeit noch in den Abschlussverhandlungen mit den Pächtern und Eigentümern, die temporär für die Zeit der Deichbauarbeiten Acker- und Weideflächen verlieren. „Wir suchen für jeden Einzelfall nach einer bestmöglichen Lösung“, verspricht Holger Friedrich.

Maria Raudszus

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2015-01-23 07:00
Emmerich