Vom Karneval im Bundestag
17.04.2011 | 15:15 Uhr 2011-04-17T15:15:00+0200
Emmerich.Joachim Zawischa hat keinen einfachen Job, er ist Kabarettist. „Wir nehmen nur die Themen, wo es überhaupt nichts mehr zu lachen gibt“, erklärte der Unterhalter im Emmericher Stadttheater sein Programm „Vorn ist hinten“ für den Abend.
Zawischa ist ein Beobachter, ein Entdecker. Er guckt hinter die politische Polemik und stellt dabei fest: Sie klingt auch nicht anders als ein Ho-roskop aus der Bild. „Ersetzen Sie die Personalpronomen im Horoskop durch wir“, so Zawischa.
Für klare
Verhältnisse sorgen
Schon erhält man ein neues bedeutungsschweres politisches Statement. „Wir können Enttäuschungen in Zukunft nur vermeiden, in dem wir grundsätzlich für klare Verhältnisse sorgen“, baute Zawischa das Widder-Horoskop um.
Mit Schauspieltalent und Sendungsbotschaft trägt der in der DDR aufgewachsene Zawischa die Sätze in der Pose von Merkel vor dem gefüllten Stadttheater vor.
Schon zum zweiten Mal war der Kabarettist in Emmerich. Im vergangenen Jahr hatte er hier den Vorentscheid für den niederrheinischen Kabarettpreis „Das schwarze Schaf“ gewonnen, bei dem er im Finale zum Zweitbesten gekürt wurde.
Wieder stellte er auch sein musikalisches Talent unter Beweis. Seine Hits „Karneval im Bundestag“ und „Samstags bei Ikea“ waren einigen Besu-chern schon bekannt. „Wie schafft man eine Frau von hier wieder fort? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Ladenschluss und Mord“, sang der Kabaret-tist.
Spott über
die Mächtigen
Ikea, Nordic Walking, nach Deutschland importierte Ge-schäftskonzepte aus Skandinavien gehören neben der Politik zu Zawischas Lieblingsthemen.
Nordic Walking, so erklärte Joachim Zawischa, sei ein Trick der Wintersportindustrie, auch im Sommer ihre Produkte an den Mann zu bringen. „Mit dem Geld für die Stöcke als Münzen in den Ta-schen verbrennen sie mehr Energie“, wetterte der Mann mit den lockigen Haaren.
Die Stärke des Komödianten liegt jedoch eher im Spott über die Mächtigen. Auf seiner Homepage schreibt Zawischa einen satirischen Monatsrück-blick. Natürlich nur über The-men, bei denen es eigentlich nichts mehr zu lachen gibt. Manchmal jedenfalls.
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