Viele Jecken auf Isselburgs Straßen

Isselburgs Bürgermeister Rudi Geukes (2.v.r.) hatte Spaß hoch oben auf dem Prinzenwagen.
Isselburgs Bürgermeister Rudi Geukes (2.v.r.) hatte Spaß hoch oben auf dem Prinzenwagen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Rosenmontag in Isselburg: Der Närrischer Lindwurm schlängelte sich durch rund 7000 Karnevalisten. Die sahen allerdings nur einen kleinen Umzug. Gerade einmal vier Wagen und drei Fußgruppen bildeten den Umzug.

Isselburg..  Der Löwe ist los. Und der Tiger gleich mit. Und auch ein knapp ein Meter hohes Krokodil rennt plötzlich über die Minerva-straße. Doch keine Angst: Zirkus oder Zoo haben nicht vergessen, die Gehege zu schließen. Denn die tierischen Freunde sind allesamt bepackt mit bunten Tüten. Zudem singt Schlager-König Markus Becker aus den Lautsprechern „Da hat das rote Pferd, sich einfach umgekehrt“. Mehr Hinweise braucht es da nicht. Isselburg ist fest in Narren-Hand. Pünktlich zum 30. Rosenmontagszug säumen – bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein – rund 7000 bunt-gekleidete Jecken die Minervastraße.

Das Gros hat sich am Rathaus versammelt. Ein Bär mit rotem Schal und passender Begleitung steht hier und verfolgt das Geschehen. Wer in das Gesicht des felligen Freundes schaut, erkennt ihn gleich: Bürgermeister Rudi Geukes und seine Frau Hilde haben sich warm eingepackt für die Fahrt durch Narrenmeer.

Gegen 11.35 biegt er dann endlich ums Eck: Der närrische Lindwurm, musikalisch angeführt vom Isselburger Blasorchester. Dahinter verteilen die Mitglieder vom Karnevalsclub Anholt Süßes an die Kinder. Ein besonderer Hingucker sind deren Kostüme. Als Ghostbusters verkleidet ziehen sie mit. Auch der Löschzug Isselburg trägt tierische Kostüme: Als Löwe, Tiger, Krokodil und Co. ziehen sie mit einem Bollerwagen mit über die Minervastraße. „So ein Zirkus“ ist auf diesem zu lesen – sicher eine Anspielung auf das Hick-Hack der Vergangenheit in Sachen neues Feuerwehrgerätehaus. Dann fährt der Prinzenwagen am Rathaus vor. Und für die Bärenbande geht es hin­auf zu Frank Kuno der I. und Gerlind Zallmanzig die I. und dem Kinderprinzenpaar Lea Angenendt und Luca Oymanns. Sogleich regnet es Bonbons in die Menge. Darunter auch: Weiß-blau verpackte Kekse. Die Deutsche Glasfaser macht so schon einmal Werbung fürs schnelle Internet.

Die Helden der Kindheit

Auf die Narrenschar des Kolping Elferrates folgt dann ein echter Hingucker. Der Kegelclub „Die seltene 9“ und deren Bekannte haben sich als „Helden der Kindheit“ verkleidet. Herz-Königin, Marge Simpson, Pumuckl und die Schlümpfe lassen grüßen. Ebenso wie die Musketiere, die aus dem Königreich Heelden mit ihrem Wagen den Weg zum Karnevalszug gefunden haben. Und wie immer kommt in Isselburg das Leckerste zum Schluss: Die Wurstjäger aus Vehlingen bringen – lautstark – Wurst unter die Narren.

Trotz bester Stimmung an der Zugstrecke und Kaiser-Wetter: Bei Karnevalssheriff Horst Lackermann gab es ein trübes Gesicht. „Es ist schade, dass nur so wenige Wagen und Fußgruppen dabei sind.“ In der Tat: Drei Fußgruppen und vier Wagen – da gab es schon einmal mehr Aktive. „Nächstes Jahr kann es so nicht weitergehen“, so Lackermann. 2016 hofft er auf mehr Aktive. „Gruppen, die mitlaufen wollen, müssen doch auch keinen Wagen bauen“, ruft er auf, sich nächstes Jahr zu engagieren.