Väterchen Frost und seine Folgen
03.02.2012 | 17:25 Uhr 2012-02-03T17:25:00+0100
Emmerich. Marktbeschicker bibbern. Batterien streiken. Schwacher Trost: Abwässerkanäle und Kläranlage können nicht zufrieren.
Ein Hoch auf die niedrigen Temperaturen! Oder lieber doch nicht? Da ist er nun endlich, der lang ersehnte Winter. Die milden Temperaturen wurden durch klirrende Kälte ersetzt und die bringt die Bürger in einen Ausnahmezustand. Wo man auch hinsieht, begegnet man dick eingemummten Menschen, die alle Winterklamotten, die der Schrank nur hergibt, mehrlagig präsentieren. Lange Unterwäsche, Stricksocken, Winterstiefel, Mütze, Schal und dicker Mantel sind des Menschen beste Freunde bei diesen Minusgraden. Zum Glück können sich viele in ein warmes Wohnzimmer oder Büro mit einer heißen Tasse Tee zurückziehen und damit der Kälte trotzen. Doch was geschieht mit denen, die auf das Wetter angewiesen sind?
Obst und Gemüse müssen leiden
„Die sinnvollste Strategie, bei diesem Wetter unsere Ware zu schonen, ist der Verzicht, damit zum Markt zu gehen“, sagt Bioland-Gärtner Werner Wittenhorst, der zusammen mit Ludger Wittenhorst eine Gärtnerei in Elten führt. Regelmäßig bieten sie Obst und Gemüse aus zum Teil eigenem Anbau auch auf dem Emmericher Wochenmarkt an. Sofern denn das Wetter und die Temperaturen mitspielen. Die machen den beiden jedoch momentan einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. „Wir haben uns für unseren Verkauf eine Grenze von minus zehn Grad gesetzt“, so der Markthändler. Der Marktstand müsse komplett eingeplant sein. Eine Mindestem-peratur um den Gefrierpunkt oder wärmer, erklärte der Eltener, sei die Voraussetzung, dass die Lebensmittel nicht einfrieren. „Kartoffeln und Bananen sind ganz empfindlich.“ In der Gärtnerei stehe der Feldsalat im Gewächshaus, denn der dürfe einfrieren. Und sollten die Markthändler bei Kälte in ihrem Verkaufsstand stehen, empfiehlt Wittenhorst „warme Unterwäsche und einen Zwiebellook“.
Viel zu tun haben bei der Dauerkälte die Autowerkstätten. „Es gibt bei diesen Temperaturen einige Abschleppeinsätze mehr, weil die Fahrzeuge schlapp machen“, berichtet Klaus Peters. Besonders die Batterien seien die Leidtragenden. „Leider“, so Peters, „kann man dieser Gefahr nicht vorbeugen. Auch die beste Batterie kann bei solch einem Frost versagen.“ Der Fachmann empfiehlt, schon vor dem anrückenden Winter für Frostschutzmittel im Motor und in der Scheibenwischanlage zu sorgen.
Das Pflaster bleibt liegen
„Bei diesen Temperaturen verzichten wir natürlich auf die Pflasterarbeiten“, sagt Helmut Schaffeld von den Kommunalbetrieben. Arbeitstechnisch stelle die trockene Kälte jedoch kein Problem dar: „Die Arbeit muss dementsprechend eingeteilt werden. Derzeit steht -das Sägen und Schneiden von Bäumen im Vordergrund.“
Auch für die Technischen Werke scheint trotz der Frostwelle weiterhin alles im grünen Bereich zu sein. „Die kalten Temperaturen machen uns wenig aus“, sagt Karl-Wilhelm Krebbing. Der Leiter Kanalbau und -betrieb zur NRZ: „Unsere Leitungen liegen alle so tief in der Erde, dass sie frostfrei sind. Die Abwasserleitungen werden mindestens einen Meter überdeckt.“ Die Kläranlage habe viel Wasser zu verarbeiten, wobei die Temperaturen darin so hoch seien, dass keine Frostgefahr bestehe, so Krebbing.
Fazit: Klirrende Kälte und Schnee haben unterschiedliche Auswirkungen. Einigkeit herrscht bei allen Frostnasen insgeheim bei der Vorfreude auf den Frühling.
Müllabfuhr gibt Tipps gegen das Festfrieren
Das Müllentsorgungs-Unternehmen Schönmackers kommt in Emmerich mit der klirrenden Kälter gut klar, berichtet Prokurist Udo Hoffmann: „Der Schnee im letzten Jahr hat uns mehr Probleme bereitet.“ Teilweise friere der Müll unten in der Tonne an. Die Müllabfuhr sehe aber davon ab, kräftig an der Tonne zu rütteln, da diese bei den Temperaturen womöglich Risse erleiden könnte. Bei festgefrorenem Müll muss der Bürger keine doppelte Bezahlung befürchten: Die Tonne wird vor und nach der Leerung gewogen. Mit der Differenz wird der zu zahlende Betrag ermittelt. Hoffmann gibt zwei Tipps: 1. Müll in Plastiktüten in die Tonne legen. 2. Tonnen, die in der Garage stehen, erst kurz vor der Entleerung an die Straße stellen. So kann man das Festfrieren verhindern.
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