Unvorstellbar viel in den Frieden investiert

Heeren-Herken..  Auch 72 vergangene Jahre können die eindrucksvolle Stimmung nicht schmälern, die bei der Eröffnung des Gedenksteins in Heeren-Herken am Sonntag herrschte. Vor mehr als sieben Jahrzehnten war nämlich an dieser Stelle ein Dam-Buster-Bomber der Alliierten abgestürzt. Dieser Flug war einer von vielen Operationen der Royal Airforce, welche sich im 2. Weltkrieg gegen Dämme der Nationalsozialisten richteten. In den Flugzeugen befanden sich Soldaten aus England, Australien, Kanada und sogar Neuseeland.

„Die Soldaten haben unvorstellbar viel in den heutigen Frieden investiert“, hob eine Rednerin hervor. Schließlich stürzte der Lancaster-Bomber in der Vollmondnacht des 17. Mai 1943 in Heeren-Herken ab. Nun markiert ein Gedenkstein diese Absturzstelle. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit vielen Firmen und Privatpersonen fertiggestellt. Und auch die gesamte Veranstaltung der Eröffnung war geprägt vom Engagement der Beteiligten. Zum Beispiel waren viele Familien der verstorbenen Soldaten sogar aus Australien angereist, um eine Rede zu halten. Oder einen Kranz niederzulegen. Viele der Zuschauer waren sehr ergriffen und nicht selten flossen Tränen. Aber nicht nur persönliche Schicksale waren ein Thema. Auch Gesandte der Royal Airforce kamen, um die internationale Freundschaft zu Deutschland zu beteuern. Die Besucher erfreuten sich ebenfalls daran, internationale Gespräche zu führen und sich auszutauschen. Doch bis es zu diesem Ereignis kommen konnte, war ein weiter Weg zu durchlaufen.

Volker Schürmann initiierte die Gedenkveranstaltung, indem er über eine Internetseite zu Spenden aufrief. Und das mit großem Erfolg. Viele Menschen gaben großzügig, so dass der Gedenkstein erbaut werden konnte. Wohl niemand konnte sich der ergreifenden Stimmung der Feier entziehen. Unter anderem las eine Angehörige einen Brief des gefallenen Soldaten an seine Mutter vor. Der Brief war einen Tag vor dem Absturz verfasst worden. Doch was viel wichtiger erschien als die nachdenkliche Stimmung, war wohl der Austausch zwischen den Besuchern.