Und jetzt noch eine Rennbahn

Leegmeer..  Auch mit 50 hat man noch Träume. Die meisten der fünf Jahrzehnte, die es den Kindergarten Heilig-Geist in Leegmeer nun schon gibt, hat Leiterin Marianne Glaß mitbestritten. Seit 1973 ist die Pädagogin am Hasenberg aktiv. Gestern Nachmittag, als das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert wurde, blickte sie stolz auf die erstklassig kindgerechte Außenspielfläche. Der Großteil ihrer Rasselbande tobte, kletterte und flitzte über Baumstämme, Hügel und Sandkästen.

„Da drüben“, zeigt die Leiterin des Hauses auf die rechte Freifläche, „hätten wir gern eine kleine Rennbahn.“ Drinnen wirkt der von Januar bis August 2014 renovierte Kindergarten mit Anbauten und neuer Turnhalle perfekt. Hell, geräumig, gemütlich. Es gibt Wickel- und Ruheräume, eine Küche.

Rot, Blau und Grün, die bisherigen Farben der drei Kindergruppen, wurden um Gelb und Orange erweitert. Die Zahl der Erzieherinnen erhöhte sich mit dem vergrößerten Raumangebot von neun auf 15. Jede der nun fünf Gruppen – eine für die 25 Drei- bis Sechsjährigen, vier für je 20 Unter-Dreijährige – besitzt einen eigenen Waschraum. Zuvor mussten sich drei Gruppen einen Raum teilen.

„Wir haben jetzt klar mehr zu tun“, hebt Marianne Glaß hervor. Blickt nicht glücklich der Tatsache ins Auge, dass sie ihre Gruppe aus Zeitgründen abgegeben hat. „Für die Arbeit mit Kindern hatte ich den Beruf ja eigentlich erlernt.“

Bei der Eröffnung am 4. November 1963 sah Leegmeer noch ganz anders aus. Kaum bebaut, wie alte Schwarz-Weiß-Fotos belegen. Ein kleines, flaches Gebäude mit einer baumlosen Sandfläche als Spielplatz weihten Pastor Hugo Rogmans und Bürgermeister Willi Pieper ein, der damals übrigens auch maßgeblich am Bau der Rheinbrücke beteiligt gewesen war.

Was sich im Laufe der Jahre gravierend verändert hat? Kindergarten und -tagesstätte sind von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Also ganztags. 32 Sprösslinge verbringen hier werktags die komplette Zeit, weil die Eltern arbeiten.

„Kinder brauchen heute einfach mehr Bewegung. Die bekommen sie bei uns“, hebt Marianne Glaß hervor. Spricht so ein ungesundes Phänomen an: „Fast alle werden von den Eltern per Auto gebracht. Dabei besitzen Kinder einen enormen Bewegungsdrang, den sie ausleben sollten.“