„Umgestaltung? Die kann ich nicht erkennen!“

Rees..  Gaby Saccaro vom Betreuungsteam des Agnes-Heims packt immer dicke Kissen in die Rollstühle, um die Stöße abzufedern. „In Sachen Barrierefreiheit hat sich in Rees in letzter Zeit einiges getan“, lobt sie. Aber immer noch übertrage sich das „unruhige Pflaster“ des Marktplatzes auf die Rollatoren und Rollstühle und mache den Nutzern zu schaffen. Rollstuhlfahrer Heinrich Lohschelder bestätigt das nickend. „Vor allem die Abflussrinnen sind ein Problem für mich“, schaltet sich der Nutzer eines Cooper-Zweirads ein. Zur Demonstration fährt er durch die Rille, ein heftiger Ruck geht durch Fahrzeug und rüttelt den Zweiradfahrer kräftig durch.

Besonders ärgerlich findet Gaby Saccaro die Rücksichtslosigkeit mancher Autofahrer. Ab Frühjahr, wenn Cafés und Eisdielen die Stühle auf die Straße stellten, tauche das Problem auf, sagt sie. In der vergangenen Woche habe eine Autofahrerin sich quer auf den Parkstreifen gestellt, so dass sie den Rollstuhl nicht mehr habe durchschieben könne. „Es gab nicht einmal eine Entschuldigung, als die Dame zu ihrem Auto zurückkam“, ärgert sie immer noch.

Doris Markwitz lebt seit 20 Jahren in Rees. Ihr gefällt es hier, obwohl viele geunkt hätten, sie ziehe in ein „Dorf“. Es gebe genug Cafés, ausreichend Einkaufsmöglichkeiten, sagt sie. „Die angebliche Marktumgestaltung, davon kann ich allerdings nichts erkennen.“ Sie freue sich aber auf die angekündigten Änderungen mit Wasserspielen und entsprechender Boden-Strahlern im Bereich der Pumpe. Auch auf eine baldige Umgestaltung des Niag-Geländes hofft sie. „Schließlich ist darüber schon viel Zeit ins Land gegangen“, merkt sie an. Am Mobil vorbei schaute auch Andrea Müntjes. Die NRZ-Leserin sichert sich eine zusätzliche Tageszeitung, weil sie gerade mit ihren Realschülern in Sozialwissenschaften das Thema Migration und Flüchtlinge behandelt und einen entsprechenden Artikel im Unterricht ansprechen will. „Ich finde die Karikaturen von Thomas Plaßmann toll“, sagt sie noch, bevor sie sich eilig auf den Weg zur Schule macht.

Geärgert über ein Knöllchen von 10 Euro hat sich Rudolf Pip. Er hatte die Parkscheibe nicht rausgelegt. „Aber das steht doch auch nicht an den Parkmöglichkeiten“, ärgert er sich. Bei der Stadt hat er sich beschwert. „Und dort habe ich erfahren, dass es entsprechende Hinweise an den Einfallstraßen gibt und für das gesamte Stadtgebiet gelten“, sagt er, der in touristischer Hinsicht für Rees eine Saline empfiehlt, die Solenebel zur Gesundung abgibt. „Damit könnte sich der Bürgermeister ein Denkmal setzen!“