Umgang mit Tod und Trauer

Pfarrerin Elke Spörkel arbeitet mitSchülern und Studenten.
Pfarrerin Elke Spörkel arbeitet mitSchülern und Studenten.
Foto: FUNKE Foto Services
Pfarrerin Elke Spörkel aus Haldern arbeitet als Dozentin an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung.

Haldern..  Ein junger Mann ist beim einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Beamte der Polizei müssen seinen Eltern nun die Todesnachricht überbringen. Darauf sollte man vorbereitet, sehr gut vorbereitet sein. „Nicht nur, um den richtigen Ton gegenüber den Angehörigen zu finden und ihnen bestmöglich beizustehen, sondern auch, um seine eigene Gesundheit zu schützen“, sagt Elke Spörkel, Pfarrerin aus Haldern. Seit Jahren bereitet sie junge Polizisten an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Duisburg sowie Schüler beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) und beim Bildungszentrum Niederrhein Wesel (BZNW), die das Berufsziel, Familien-, Altern- und Krankenpfleger haben, auf die schwierigen Gespräche bei Tod und Trauer vor.

Dabei steht neben der theoretischen Unterweisung das Training im Mittelpunkt. „Sogenannte Rollenübungen“, erklärt Pfarrerin Spörkel. Jüngst hat sie bei den Krankenpflegeschülern eine lebensmüde Frau Mitte 50 gemimt. Elke Spörkel stand dabei im Seminarraum im dritten Stock des Gebäudes. Um ihre „Absicht“, sich das Leben nehmen zu wollen, noch zu unterstreichen, stellte sie einen Fuß auf die Brüstung. „Da hat man gleich gesehen, wie sich die Körper der jungen Menschen anspannten“, erinnert sich Spörkel. Die Schüler hätten ihr später bestätigt, dass die Situation bei ihnen eine starke Betroffenheit ausgelöst habe. „Das Herz begann schneller zu schlagen“, war eine der genannten Reaktionen, die sie beschrieben. Auch kann bei der Nachbereitung „das Opfer“, in diesem Fall Elke Spörkel, berichten, wie es die Hilfe empfunden hat und beispielsweise wichtige Fragen beantworten wie: „War es angenehm, dass ich angefasst wurde? Wie sind die Helfer auf mich eingegangen? Welchen Einfluss hat deren Reaktion auf mein Verhalten?“

„Berufsethik“ heißt das Fach in der Schule, „Training soziale Kompetenz“ (TSK) bei den Studenten. Elke Spörkel hat man seitens der Landeskirche – nach Beendigung der Notfallseelsorge – um die Übernahme dieser Dozententätigkeit gebeten. Zumal sie auch als Pfarrerin seit 30 Jahren Menschen in Extremsituationen bei Tod und Trauer begleitet hat.