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Tonnen voll Sand in die Augen gestreut

06.04.2009 | 22:00 Uhr
Tonnen voll Sand in die Augen gestreut

IG Biss setzt sich kritisch mit der gerade gestarteten Unterschriftenaktion von Kommunen und der "BI Betuwe- So nicht" auseinander. Eigener Antrag pro A3 kommt später.

Die IG Biss, die sich am 15. April, 17 Uhr, in der Gaststätte "Pamer" in Rees-Millingen als Verein gründen will, rät Bürgern davor ab, mit ihrer Unterschrift die Aktion von Politik und Bürgerinitiative „Betuwe – So nicht” zu unterstützen.

„Diese Aktion ist leider realitätsfremd und streut den Bürgern gleich tonnenweise Sand in die Augen”, so die Biss-Mitbegründer Karl-Heinz Jansen und Jan-Simon Laarakker im Gespräch mit der NRZ-Redaktion in Emmerich.

Die Forderungen blieben „schwammig, ohne klare Aussagen”. Die Resolution werfe mehr Fragen auf als sie beantwortet. Laarakker: „Wir hätten deshalb von der Stadt gerne eine detaillierte Auflistung und konkrete Vorschläge. Die Stadt soll sagen, wie sie die Forderungen finanzieren will.”

Dann versuchen Laarakker und Jansen die Forderungen der Politik zu zerpflücken. Finanzierung und eine realistische Umsetzung dieser Resolution seien gar nicht möglich. So könne etwa „städtebaulich verträglicher Lärmschutz” nur Untertunnelung wie in Zevenaar bedeuten.

Glaswände nicht möglich

Die Befürworter einer Lösung an der Autobahn hinterfragen auch die „transparente Lärmschutzelemente”. Glaswände seien in Deutschland nicht möglich.

Sicherheit könne es angesichts von 40 Prozent Gefahrgütern und einer Unmenge von Weichen in Städten real gar nicht geben.

Der Regionalverkehr sei schon jetzt zugunsten des Güterverkehrs hintangestellt worden. "Es fällt schwer zu glauben, dass dieser wieder in vollem Umfang hergestellt werden soll".

Für gute Querungsmöglichkeiten würden alleine auf die Stadt Emmerich 70 Millionen Euro zukommen. Das würde aber für viele Jahre ein Haushaltssicherungsverfahren heraufbeschwören. "Wer soll die Übernahme der Baukosetn für Über- und Unterführungen, die hier gefordert werden, eigentlich tragen?"

Ob die Bahn oder die Politik einen angmessenen Ersatz von Vermögensnachteilen (30 bis 60 Prozent) tausender betroffener Anwohner übernehmen wird, sei äußerst fraglich.

Sollte der Forderungskatalog der Politik wirklich ernst gemeint sein, müsste der dreigleisige Ausbau Elten-Oberhausen über 8 Milliarden Euro kosten.

Man wolle jetzt noch keinen Antrag im Emmericher Stadtrat stellen, sondern erst einmal weiter Aufklärungsarbeit leisten und so viele Unterschriften wie möglich mit der eigenen Aktion sammeln. Schon knapp 1 000 Bürger hätten sich für eine „kompromisslose Forderung nach einer siedlungsfernen Trasse an der A 3” ausgesprochen, allein 550 beim Frühlingsfest am Sonntag.

„Den Antrag werden wir definitiv stellen”, kündigte Jansen an. Aber wohl nicht jetzt. Zweimal habe Bürgermeister Diks die A3-Befürworter dazu aufgefordert und diese damit offenbar unter Druck setzen wollen, um ihnen dann im Rat eine Abfuhr erteilen zu können, vermutet Jansen. Den „Gefallen” will die IG Biss der Politik offenbar jetzt noch nicht machen.

Norbert Kohnen

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Kommentare
10.04.2009
22:49
Blockierter Kommentar.
von rene.bogdanski | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.04.2009
18:15
Tonnen voll Sand in die Augen gestreut
von betuwe_an_die_a3 | #4

CDU/SPD/FDP/BGE/Grüne fordern ausreichenden Lärmschutz.
Das heisst, sie fordern eine getrennte Stadt. Sie sind die Mauerbauer.
Oder erhalten nur ausgesuchte Anwohner ein wenig Lärmschutz.
Ich bitte die o.g. Parteien und die Bahn Ag um genaue Auskünfte.
Welcher Anwohner bekommt den sog. Lärmschutz.
Übrigens:
Totaler Lärmschutz ist eine Illusion.
Gewährleistung von Sicherheit gibt es überhaupt nicht.
Was es derzeit gibt ist viel Sand in die Augen der Wähler - wohl wahr.

07.04.2009
17:45
Tonnen voll Sand in die Augen gestreut
von FamilieausRees | #3

Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, bevor auch nur 1qm unseres Grundstücks verkauft wird. Wir fordern von der Bahn schon seid Jahren Lärmschutz.
Die Bahn macht was sie will. Sie bespitzelt ihr Mitarbeiter. Sie lässt die Anwohner seid Jahren im Regen stehen. Und die Politiker vor Ort , sowie unser Herr Tiefensee (SPD) in Berlin, wollen davon nichts wissen.
Jetzt vor der Wahl wird viel versprochen, aber kein Anwohner bekommt konkreten Bescheid. Die Bahn sitzt im Schlafwagen, statt genaue Auskünfte über Lärmschutz und sicherheit zu geben. Und da es beim Thema Sicherheit KEINE Lösung gibt, ausser Verlegung der Strecke, sind meine Familie und ich auch für eine Verlegung. Güterzüge an die A3, Personenzüge bleiben hier. Dafür werden hier dann keine neuen Baumaßnahmen für Lärmschutz und Bahnüberquerungen nötig.
Ob wir diese Ruhe dann überhaupt ertragen können :-) Sorry, ein wenig Ironie oder Spaß sollte hier auch mal sein.

07.04.2009
13:46
Tonnen voll Sand in die Augen gestreut
von Klaus.Taler | #2

Die Ratsparteien streuen Sand in die Augen der Anwohner und ihre Parolen sind heisse Luft.
Welcher Bürger hat denn für sein Grundstück bereits eine Lärmschutzzusage ?
Wenn alle Anwohner eine Lärmschutzzusage erhalten würden, hätten wir eine geteilte Stadt.
Die Mauerbauer aus den Ratsparteien können aber keine Sicherheit garantieren.
Fest steht, dass die Strasse entlastet werden soll. Die Schiene wird in den nächsten Jahrzehnten bis zu fünfach belastet.
Die Anwohner an der Betuwelinie werden nach dem dritten Gleis auch noch das vierte und fünfte Gleis erleben.
Wenn das dritte Gleis einmal liegt, haben die Anwohner keine Chance mehr sich gegen eine Verlegung auszusprechen.
Die derzeitigen Ratsparteien haben jahrelang geschlafen und werden jetzt im Wahljahr wach.
Wahrscheinlich werden die betroffenen Städte die Ober- und Unterführungskosten als Wahlkmapfhilfe von Bund und Land erhalten.
Dieses Geld ist das Geld des Steuerzahlers, also auch mein Geld.
Ich finanziere sozusagen Lärm und Gefahr für ein Jahrhundertbauwerk.
Warum kann man nicht sofort in eine nichtbewohnte Strecke (nahe oder an der A3) finanzieren ?
Dort kann man dann auch 2-5-gleisig bauen, um der Zukunft gerecht zu werden.
Bis vor kurzer Zeit war der Aufenthalt im Garten noch erträglicher. Mittlerweile wird der Zugverkehr immer schlimmer. Und wenn das dritte (vierte und fünfte?) Gleis hinzu kommt, ist es mit meiner Wohnqualität und Gesundheit ganz vorbei.
Mal abgesehen von der ständigen Angst vor einer Entgleisung oder eines anderen Unfalls.
Legt doch den Güterverkehr endlich dorthin wo er nicht oder kaum stört ! Was ist daran so schwer ?

07.04.2009
10:18
Tonnen voll Sand in die Augen gestreut
von JoschkaSchroeder | #1

Ein sehr guter Artikel der NRZ. Diese Überschrift habe ich bereits getern auf der Homepage einer Emmericher Partei gelesen:
Betuwe: Ratsparteien reden viel, aber garantieren nichts. Sicher ist nur die UNSICHERHEIT u. mehr Güterverkehr.
Quelle dazu: http://www.dielinke-emmerich.com/themen_emmerich.htm

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