Tierparadies Güdden schließt in Emmerich

Stefan Güdden hat in seinem Geschäft am Neumarkt in Emmerich schon einiges reduziert.
Stefan Güdden hat in seinem Geschäft am Neumarkt in Emmerich schon einiges reduziert.
Foto: Funke Foto Services
Nach drei Jahren verlässt der Klever Einzelhändler die Hansestadt. Konkurrenz aus dem Internet sei zu groß. Letzter Verkaufstag ist am 22. März in Emmerich.

Emmerich/Kleve..  Petra und Stefan Güdden müssen die Reißleine ziehen. Schweren Herzens. Nur noch knapp vier Wochen und sie werden ihr Tierparadies am Neumarkt/Kaßstraße für immer schließen. Nach drei Jahren in der Hansestadt ist dann Schluss. Der Tierfachhandel in der City ist damit Geschichte. „Vor allem für unsere Stammkundschaft tut es mir leid“, sagt Petra Güdden. Denn diese müssen sich nach dem verkaufsoffenen Sonntag am 22. März nach einer anderen Futtermittel- und Zubehörquelle für ihre Tiere umsehen.

Und gerade darin steckt auch ein Grund, warum der Zoofachhandel nun schließen muss. „Die Konkurrenz aus dem Internet ist groß“, erklärt Petra Güdden, die zusammen mit ihrem Mann Stefan ebenfalls ein Geschäft mit Tierbedarf in Kleve an der Albersallee 118 betreibt. Kunden, so hat sie über die Jahre feststellen müssen, würden immer wieder im Internet kaufen. „Die Beratung im Fachhandel nehmen sie aber gern mit“, weiß die Kleverin. Viele würden sich über leerstehende Ladenlokale in der City wundern, aber vielleicht den Einzelhandel vor Ort zu unterstützen und nicht via Mausklick im Netz zu kaufen, „darauf kommen die wenigsten“.

Praktikabler fürs Familienleben

Schade! „Denn der Fachhändler kann mit Beratung punkten, ist viel persönlicher. Ich kenne meine Kundschaft und deren Tiere“, sagt Güdden. So könne sie auch gezielt Angebote machen und Hilfe geben. In Emmerich nun nicht mehr. „Mit der Stadt hat das aber nichts zu tun“, betont sie weiter. Die Schließung des Standortes hier habe auch andere Gründe.

Nämlich, dass es praktikabler für das Familienleben ist, sich auf Kleve zu konzentrieren. „Dort ist unser Lebensmittelpunkt. So kann ich dann auch mal schneller zu Hause sein, wenn mein zehnjähriger Sohn Hilfe braucht oder von der Schule heim kommt.“

Dass ein Standort geschlossen werden muss, habe auch mit dem Mindestlohn zu tun. „Mein Mann und ich mussten rechnen und schauen, wie wir unser Geschäft mit Tiernahrung- und Zubehör am Leben halten können.“ Beide sahen nur eine Lösung: Einen Standort zu schließen. Und da lag Kleve einfach näher am Herzen.

Wer aus Emmerich dem Ehepaar Güdden also weiterhin die Treue halten möchte, muss fortan nach Kleve. Dort wird auch derzeit fleißig umgebaut. Während es in Emmerich zum Beispiel keine Tiere gab, ist dies in der Schwanenstadt anders. „Allerdings nehmen wir die Vögel nun aus dem Sortiment und erweitern lieber unseren Tierbedarf. Auch in der Aquaristik wird hier einiges umgestellt.“ Momentan sind daher einige Fischbecken günstiger zu bekommen.

Am 22. März öffnet das Tierparadies Güdden zum letzten Mal in Emmerich: am verkaufsoffenen Sonntag. Klar, dass es dann auch besondere Aktionen gibt. Zudem wird „Shalom – Hilfe für Mensch und Tier“ an einem Infostand über seine Arbeit informieren.