Ticketpreise für Haldern Pop werden ab 2016 steigen

Hier ein Foto vom Haldern Pop 2014.
Hier ein Foto vom Haldern Pop 2014.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Haldern Pop hat sich ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Künstlerisch läuft es super, aber die Kosten bereiten Sorgen. Für 2016 werden die Ticketpreise steigen müssen und die 100-Euro-Marke knacken. Es gehe nicht darum, den Gewinn zu steigern, sondern darum, die Existenz des Festivals zu sichern.

Haldern.. Auch drei Monate danach werden viele Festivalbesucher noch vom Haldern Pop 2014 zehren. Das ist typisch für die Erlebnisse, die das Festival beschert. Auch Chef Stefan Reichmann ist sehr zufrieden: „Es war super.“ Die Resonanzen seien sehr positiv gewesen. Die Krönung sei der Helga-Award fürs Booking gewesen, den Haldern Pop zum zweiten Mal in Folge gewann.

Reichmann freut es auch, dass im Kontext des Festivals immer mehr über den Niederrhein geschrieben werde. Denn Haldern Pop sieht sich als Botschafter der Region – und zwar mit einem langfristigen Auftrag. Entsprechend lautet das Festivalmotto 2015: „Land statt Flucht – Hier traut sich der Hügel kein Berg zu sein.“ Ins Bild passt auch, dass fünf Touristik-Studenten der Hochschule Rhein-Waal sich derzeit mit dem Haldern Pop beschäftigen und ermitteln, wie die Region bzw. der Kreis Kleve am Festival partizipieren kann. Vor dem Hintergrund der Landflucht soll der identitätsstiftende Charakter des Festivals unterstrichen werden, so Reichmann.

"Hier entsteht vieles auch spontan. Das kommt gut an“

Viele besondere Momente sind beim Festival 2014 entstanden, weil Musiker für einzelne Stücke zusammen auf der Bühne standen. Manchmal geplant, wie bei den Auftritten von Stargaze, manchmal spontan wie bei Grant Hart, der plötzlich bei Patty Smith mitwirbelte. Der Besucher erlebt Darbietungen, die er in dieser Form woanders nicht mehr hören wird. Haldern Pop hat sich ein neues Alleinstellungsmerkmal geschaffen. „Die Welt konfektioniert viel. Hier entsteht vieles auch spontan. Das kommt gut an“, sagt Reichmann.

Bisher war Haldern Pop dafür bekannt das Festival schlechthin zu sein, das besonders oft neue Talente entdeckt. Das hat inzwischen aber Schule gemacht. Viele Booker setzen auf junge Bands: „Der Frischfleisch-Gedanke ist inzwischen en vogue“, bestätigt Reichmann. Dennoch darf man Haldern Pop in diesem Aspekt als führend ansehen, zumal auch der ideale Rahmen nicht kopierbar ist. Doch auch das neue Alleinstellungsmerkmal wird schwer zu kopieren sein. Auf kaum einem anderen Festival bleiben so viele Musiker länger als nur für die Auftrittszeit als beim Haldern Pop. Die Musiker suchen das Gespräch miteinander. Ein guter Nährboden für Kooperationen. Es ist ein gewachsenes Zusammenspiel.

Es gibt wieder Jubiläumspralinen

Ein gutes Händchen hat Haldern Pop dabei gehabt, The Slow Show für das eigene Plattenlabel unter Vertrag zu nehmen. Die Band aus Manchester sorgte nicht nur mit ihrem Auftritt beim Festival 2014 für magische Momente. Sie ist derzeit in der Musikbranche sehr gefragt. Aktuell ist die erste Single des Debütalbums „White Water“ (wird am 27. Februar 2015 veröffentlicht) erschienen. Das Video zu „Dresden“ ist im Raum Rees von Haldern Pop Recordings gedreht worden: In der St.-Georg-Kirche Haldern, an den Gewässern im Reeser Eyland, an einem Baum in Töven. Schauspieler Herwig Lucas mimt einen nachdenklichen, verzweifelt wirkenden Dirigenten, der das Gefühl für die Musik zu verlieren droht, bis er sich in der Natur und in der Kirche besinnt und die Kraft wiederfindet. Das Video ist auf www.facebook.de/NRZemmerich verlinkt.

An einen Gedanken müssen sich die Haldern-Pop-Fans jetzt schon mal gewöhnen: Die Festivalkarten werden für die Veranstaltung im Jahr 2016 teurer. „Wir hätten die Preise eigentlich jetzt schon erhöhen müssen“, verrät Festivalmacher Stefan Reichmann. Die 100-Euro-Grenze zu überschreiten hat das Haldern-Pop-Team lange gescheut. Doch der Kostendruck, der vor allem durch die Gema und die Versicherungen entsteht, macht es mittelfristig unvermeidbar. Die Haldern Pop Großfamilie, die sich einmal im Monat trifft, hat dies diskutiert. Die Aktionäre wissen, es geht nicht darum, den Gewinn zu steigern, sondern darum, die Existenz des Festivals zu sichern.

Probleme beim Start des Online-Kartenverkaufs

Zum zweiten Mal im Folge gab es im Oktober Probleme beim Start des Online-Kartenverkaufs. Der Server war überlastet. Nach 2013 hatte Haldern Pop für 2014 schon erheblich aufgerüstet. Vergeblich. Die Nachfrage war nochmal deutlich gestiegen: „In 2013 griffen 800 Besucher zeitgleich auf den Server zu. 2014 waren es im selben Zugriffszeitraum 4000. Wir werden uns in Ruhe überlegen, wie wir das Thema im nächsten Jahr anders angehen können“, kündigt Reichmann an.