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Team statt Ein-Mann-Show

21.02.2012 | 16:48 Uhr
Team statt Ein-Mann-Show
/WAZ FotoPool

Emmerich.   Willi Lindemann leitet kommissarisch die AWo. Er schaut nun nach vorn

An den 8. Dezember des vergangenen Jahres erinnert sich Willi Lindemann noch genau. „Das war der Tag der Kassensonderprüfung“, so der 62-Jährige. Ein einschneidendes Erlebnis für den Emmericher. Es fehlte Geld. Knapp 14 000 soll der damalige Vorsitzende aus der Kasse des Vereins genommen und sich in die eigene Tasche gesteckt haben. Ein Verdacht, den dieser auch einräumte.

Das einstige Gesicht der Emmericher AWo musste damit mit sofortiger Wirkung sein Amt abgeben. Willi Lindemann übernahm – kommissarisch – dessen Aufgaben als Vorsitzender der hiesigen AWo.

„Wir haben einer Person blind vertraut“

Seither macht sich Lindemann, der seit 1992 Mitglied in dem Verein ist, mit seinen neuen Aufgaben vertraut. So zum Beispiel die Mitgliederverwaltung, aber auch die Abrechnung der Karnevalsfeierlichkeiten. „Nach dem Vorfall habe ich den restlichen Vorstand gebeten, auch bei mir in Sachen Finanzen besonders gut hinzuschauen“, erzählt Lindemann. Der AWo-Vorstand habe eben aus seinen Fehlern gelernt. „Wir haben einer Person blind vertraut. Darüber machen wir uns heute noch große Vorwürfe“.

Daher soll die AWo in Emmerich künftig nicht mehr eine „Ein-Mann-Show“ sein, so Lindemann. Vielmehr will Lindemann im Team bestehend aus dem Vorstand agieren und so die AWo repräsentieren. Natürlich wird dafür auch weiterhin ein Vorsitzender unerlässlich. Anfang März soll dieser in der Jahreshauptversammlung der AWo gewählt werden. Kandidaten gibt es nicht. „Und so werde ich mich vermutlich zur Wahl stellen“, so Lindemann, der künftig eigentlich ein wenig kürzer treten wollte. Doch den Verein einfach im Stich lassen, will er dann doch nicht.

Denn in der schweren Zeit hat er hier viel Gutes erfahren dürfen. Nach dem Vorfall im vergangenen Jahr sei die Stimmung nun wieder sehr gut in den eigenen Reihen. „Was mich am meisten gefreut ist, dass kein einziges Mitglied ausgetreten ist“, so Lindemann. Mehr noch. Die Nachfrage für die Computerkurse sei sehr hoch. All das mache Mut für die weitere Zukunft.

Dafür, dass viele auch in diesen Zeiten der AWo Emmerich die Treue halten, hat Lindemann auch eine Erklärung. „Wir sind im Verein mit dem Geschehenen offen umgegangen und haben mit den Leuten geredet. Es bringt einfach nichts, das Ganze zu beschönigen“.

Ein Blick in Richtung Zukunft

Spurlos ist alles aber nicht an der AWo vorübergegangen. So muss in diesem Jahr erstmals die Kinderferien-Fahrt nach Holland ausfallen. 2013 geht es mit der Fahrt aber sicher weiter.

So wie auch mit der AWo. Denn die hat in Zukunft noch viel vor, wie das Motto, das hinter der Theke im Gruppenraum an der Göbelstraße hängt, vermuten lässt. Ein federloser Geier ist auf einem Zettel zu sehen unter seinem Bild hat Willi Lindemann einen Spruch geschrieben: „Auch wenn die AWo Emmerich 2011 ein paar Federn lassen musste – kein Problem, die wachsen nach.“

Sarah Eul

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