Talente trommeln auf den Tasten

Auch Dorota Motyczynska, Pianistin aus Polen
Auch Dorota Motyczynska, Pianistin aus Polen
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Das Klavierfestival im Schlösschen Borghees kommt mit fünf begabten Pianisten daher. Die Konzerte sind ein Hörgenuss. Und dazu ist der Eintritt auch noch gratis. AuchDorota Motyczynska, Pianistin aus Polen, ist zu hören.

Borghees..  Es ist ein wenig wie im Fußball. Aus der A-Jugend schaffen es immer wieder einige Kicker durch Talent und Fleiß bis in die Bundesliga, ja sogar in die Königsklasse. Champions sind die jungen Pianisten noch nicht. Aber gut möglich, dass sie sich auf einem guten Weg an die Spitze befinden.

Schon einige Musikstudenten, die am Niederrhein und speziell in Emmerich ihre noch unverbrauchte Visitenkarte abgegeben haben, machten später auf größerer Bühne von sich reden.

Warum also sollte das nicht auch Dorota Motyczynska gelingen, die 1990 geboren wurde, in Kattowitz studiert und schon einigen Lorbeer eingeheimst hat?

Oder Christian Fritz? Der Münsteraner, der nun in der berühmten Meisterklasse von Prof. Lev Natochenny in Frankfurt/M. seine Fertigkeiten ausbaut, erhielt seinen ersten Klavierunterricht schon mit vier Jahren.

Dagegen relativ spät, erst mit neun, entdeckte Angel Laguna Herrera aus Madrid seine Liebe zum Klavier. Dabei hat er es schon weit gebracht und wie seine vier Kollegen, die vom 20. Juli bis 24. Juli jeweils ab 19 Uhr im Schlösschen Borghees zu hören sind, einige frühe Preise und Ehrungen hinter sich.

Das gilt allemal für Zeljka Mandaric aus Mostar in der Herzegowina; die Stadt ist berühmt wegen ihrer alten Brücke aus osmanischer Zeit.

Erst 13, aber 2002 im belgischen Sint Niklaas in einer Musikerfamilie geboren, ist Clara Strobel.

2007 und 2008 gewann sie erste Preise bei „Jugend musiziert“. Ihr Vater und erster Lehrmeister ist kein Geringerer als Prof. Boguslaw Jan Strobel, der Ideengeber und Organisator des Internationalen Musiksommers Campus Cleve 2015.

Eine Veranstaltung, die einen bemerkenswerten Höhenflug hinter sich hat, mit dem man beim Startpfiff vor acht Jahren nicht unbedingt rechnen durfte und das sich dank des Engagements der Euregio Rhein Waal und der Gesellschaft für Internationale Begegnungen Kleve zu einem wahrhaft internationalen Studenten-Musikfestival gemausert hat.

Am ganzen Niederrhein und auch in niederländischen Städten finden Konzerte mit hochkarätigen Interpreten aus aller Welt statt, diesmal fast 90.

Dabei ist der Standort Emmerich für Prof. Strobel etwas ganz Besonderes: „Emmerich hat das beste Publikum. Deshalb schicke ich aufgrund von Empfehlungen besonders gute Leute dahin.“

Kulturbetriebeleiter Michael Rozendaal darf davon ausgehen, dass auch diesmal wieder jeweils 80 bis 100 Besucher das Schlösschen füllen werden. Vielleicht haben die ja gerade einen neuen Barenboim, Clayerdman oder eine neue Mitsuko Uchida erlebt.

Fünf der 24 hochbegabten Pianisten liefern im Rahmen des 8. lnternationalen Musiksommers Campus Cleve 2015 jeweils ab 19 Uhr im Schlösschen Borghees einige Kostproben ihres Könnens ab.

Montag, 20. Juli: Christian Fritz (Deutschland) spielt Werke von Beethoven und Schubert. Dienstag, 21. Juli: Dorota Motyczynska (Polen) bietet Chopin und J. Hofmann. Mittwoch, 22. Juli: Angel Laguna Herrera (Spanien) hat Albeniz, Mozart und Chopin im Programm. Donnerstag, 23. Juli: Clara Strobel (Belgien) spielt Bach, Beethoven, Chopin und Szymanowski. Freitag, 24. Juli: Zeljka Mandaric (Kroatien) bietet Balakirev, Debussy und Haydn.