Tagessieg für Tastenkabarett
04.04.2008 | 19:23 Uhr 2008-04-04T19:23:37+0200KLEINKUNST. Fünf der sechs Finalisten für "Das Schwarze Schaf" traten in Emmerich auf.
EMMERICH. Den achten und letzten Tagessieg beim Niederrheinischen Kabarettwettbewerb "Das Schwarze Schaf" sicherte sich Axel Pätz im PAN kulturforum. Pätz überzeugte mit seinem "Tastenkabarett" am Klavier. Er wetterte gegen "Ökoterrorismus": "Bei uns im Viertel gibt es nur noch Bio, Bio, Bio. Die wahre Gefahr ist nicht Bin Laden, sondern Bioladen." Er präsentierte eine "praktische Lösung" für Überbevölkerung und Erderwärmung. "Wollten sie nicht längst mal wieder schießen", sang er bitterböse, schließlich gebe es genügend Leute, "die im Grunde keiner braucht". Die Kommunikationsgesellschaft habe dazu geführt, dass keiner mehr miteinander redet. Stattdessen werde selbst das Versteckspiel mit "Google Earth" über das Internet ausgetragen.
Einen schweren Stand hatte zu Beginn Antje Basedow, mit der das Publikum im ausverkauften PAN nicht so recht "warm" wurde. Die Hamburgerin bestellte sich per Telefon ein neues Hirn, eins mit "Zuversicht, Optimismus und einem Schuss Humor".
Josefine Gartner und Sieglinde Lösch kommen aus Bayern, was man dem Duo "Kabarett Rotstift" auch deutlich anhörte. Hochaktuelle Themen benannten die Beiden pointiert. "Sobald du halt Rekordgewinne machst, musst du Stellen abbauen", sagten die Kabarettistinnen und zeigten den Fluss des Geldes auf: "Vom Arbeitgeber zum Arbeitnehmer zu Steinbrück". Von dort geht der Fluss nach Ansicht des "Kabarett Rotstift" zur Deutschen Industriebank IKB und versiegt schließlich in US-Immobilien. Steuerflucht und Innere Sicherheit gehörten zu den weiteren Themen.
"Ich bin ein Österreicher, aber ich strebe kein politisches Amt in Deutschland an", stellte sich Matthias Seling vor. Der Wahlkölner machte sich auch über seinen Wohnort lustig: "Ich dachte, Köln wird immer nur zum Karneval aufgebaut."
Von den acht Nachwuchskabarettisten, die in Emmerich auftraten, zogen gleich fünf in das Finale am 26. April in Duisburg ein, um sich um die Nachfolge des Initiators des Preises, des großen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch, zu bewerben. Neben Pätz und dem Vortagssieger Lothar Bölck waren auch Martin Maier-Bode, Ludger K. und Matthias Seling in Emmerich zu sehen. Das Finale komplettiert Uli Masuth. Bölck geht mit zwei Siegen in den Vorentscheiden als Favorit nach Duisburg. (jl)TICKETSTickets für das "Endspiel" am 26. April im Duisburger Theater am Marientor gibt es unter www.duticeket.de. Karten können bis 11. April auch im Theaterbüro, Tel: 93990, bestellt werden. Bei genügender Resonanz wird auch ein Zubringerbus gechartert.
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