Streife suchte Angeklagten

Emmerich..  Auch die Polizei konnte die Verhandlung gegen einen wegen Körperverletzung gesuchten Polen nicht mehr retten. Amtsrichterin Dr. Christiane Schmitz hatte eine Streife beauftragt, den säumigen, da unentschuldigt fehlenden Angeklagten herbeizuschaffen. Mühe und 45-minütige Wartezeit waren allerdings für die Katz. An seiner Wohnadresse war der Beschuldigte nicht auffindbar. Zum Folgetermin an der Seufzerallee wird der Pole damit „zwangsweise vorgeführt“. Heißt: Die Polizei wird den Angeklagten zur Verhandlung unangemeldet einkassieren.

Der Gerichtsfall datiert aus dem Sommer 2014, mündete Anfang Februar vor dem Amtsgericht allerdings in einen Freispruch. Es ging dabei um die frühen Morgenstunden des 13. Juli. In einem Haus am Bremer Weg kam es da zu einer Schlägerei. Ein 50-jähriger Emmericher, der den Wohnungseigentümer erst Stunden zuvor in der Diskothek „Heck Meck“ kennengelernt hatte, bezahlte die Feier überaus teuer.

Schwere Verletzungen

Üppiger Alkoholkonsum hatte das Aggressionspotenzial einiger Teilnehmer angestachelt. Besagter Emmericher, von Beruf Kaufmann, wollte kurz vor dem Angriff eigentlich mit dem Taxi nach Hause fahren. Kam dazu aber nicht mehr.

Folgen der einseitigen Schlägerei: drei durchgebrochene, zwei angebrochene Rippen, ein verlustig gegangener Schneidezahn, eine zertrümmerte Nase, ein Bauchtrauma sowie Prellungen und Schürfwunden an Kopf und Rücken. Nach einem Kranenhaus-Aufenthalt hatte der Emmericher noch gut zwei Monate nach dem Vorfall Schmerzen.

Der ursprünglich Angeklagte aus der Amtsgerichtsverhandlung vom 9. Februar wurde freigesprochen. Offenbar lag, so deuteten es die vier Zeugenaussagen vor zwei Monaten an, eine Verwechslung zweier Polen mit Glatze vor.