Stopp! Gewalt hat keine Chance!

Rees..  Konflikte lösen Kinder immer häufiger und immer früher, also im jüngeren Alter, mit Gewalt. Mädchen machen dabei keine Ausnahme. Schüler lassen zwar längst nicht immer die Fäuste sprechen, sie teilen meist verbal aus. Mit Beleidigungen, die bis zum Mobbing gehen. Damit es erst gar nicht zu einer Eskalation von Gewalt kommt, hat die Realschule Rees ein neues Projekt ins Leben gerufen. Arbeitstitel: „Konflikt- und Deeskalationstraining“. Es richtet sich an die Schüler der Klassen 5.

„Es geht zunächst einmal darum, die Schüler zu befähigen, gewaltsame Situationen zu erkennen“, erklärt Trainer Jörg Hartmann. Diese können ganz schleichend beginnen. „Beispielsweise stand heute ein Schüler beim Gespräch nicht im Kreis, sondern war von einem Mitschüler verdeckt“, macht Ralf Gloyer, ebenfalls Trainer, ein Beispiel. „So beginnt Ausgrenzung“, erklärt Gloyer, Konflikttrainer und Mediator, der überdies ausgebildeter Fachpfleger für psychische Pflege und Kinderkrankenpfleger ist. In drei Tagen wollen er und sein Kollege Hartmann, Sozialarbeiter und Anti-Gewalt-Trainer, den Fünftklässlern erklären, wie sie am besten auf verbale und körperliche Gewalt reagieren können. Denn eines ist klar: „Der Kampf, der nicht ausgetragen wird, ist der Beste“, sagt Gloyer klipp und klar. Daher gilt es, mögliche Störungen sofort aufzuarbeiten. „Also direkt anzusprechen und damit präventiv zu arbeiten“, so der Trainer weiter. Auf der anderen Seite ist es den beiden Trainern wichtig, die stillen Schüler zu stärken, ihnen Mut zu machen, Regeln einzufordern.

Strategien weiterverfolgen

Gestern statteten Hartmann und Gloyer einige Schüler der 5c mit Klammern am Bauch aus. Diese sollten die Mitschüler ihnen abjagen. Womit den Kindern bewusst wurde: Gewalt tut weh! Besser ist also, achtsam und respektvoll miteinander umzugehen. „Lobenswert finden wir es, dass mit Maria Kremer eine Lehrerin am Projekt teilnimmt“, so Gloyer. Damit könne sie künftig gezielt die von den Schülern eingeübten Strategien weiterverfolgen.