Stefan Eising ist König in Anholt

Die Kameraden tragen ihren Anholter König Stefan Eising auf Schultern.
Die Kameraden tragen ihren Anholter König Stefan Eising auf Schultern.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der 34-jährige holt den Vogel von der Stange beim Schützenfest des Bürgerschützenvereins Anholt.

Anholt..  Als am Montag um 13.25 Uhr nach dem ersten Schuss aus der Schrotflinte alle Preise des hölzernen Vogels gefallen waren, da wurde es ernst. Jetzt stand das Königsschießen des Bürgerschützenvereins Anholt unmittelbar bevor. Vier Königsanwärter – Carsten Meyer, Ulrich Borkes, Stefan Eising und Johannes Messing – wollten ihr ganzes Können einsetzen und ihr Glück versuchen. „Allenfalls vier, fünf Schuss sind noch nötig“, hörte man aus der Menge, „dann haben wir einen neuen Schützenkönig.“

Aber so ganz schnell ging es dann auch wieder nicht, obwohl die Reste des Vogels so einige Male bedenklich wackelten und die umstehenden Schützen und Gäste den Atem anhielten. Aber fair waren die Besucher, denn jeder von den Anwärtern wurde gleichermaßen stark angefeuert.

Nicole Daniels wird Königin

Dann endlich um 14.03 Uhr, nachdem alle bereits fünfmal geschossen hatten, setzte Stefan Eising die Flinte an und die Reste des Vogels fielen zu Boden. Groß war der Jubel in Anholt auf der Schneidkuhle als nach vielen Gratulationen der neue Schützenkönig auf den Schultern seiner Kameraden ins Festzelt getragen wurde. „Es ist das Geilste auf der Welt in Anholt Schützenkönig zu werden“, waren dann auch die ersten Worte, die der 34-jährige Maschinenprogrammierer über die Lippen brachten. Diese Worte unterstrich er mit einem strahlenden Lächeln.

Einer der wichtigsten Gratulanten war sicherlich sein dreijähriger Sohn Phil. Mit ihm auf dem Arm wartete er auf seine Königin Nicole Daniels, die sich erst einmal durchkämpfen musste. Die 29-jährige Bilanzbuchhalterin hatte die ganze Zeit zwar das Schießen beobachtet, aber so einfach war es gar nicht, zu ihrem König durchzudringen.

Am Sonntagabend erst hatten die beiden ganz spontan beschlossen, es mal als Königspaar in Anholt versuchen zu wollen. „Spontan ist immer am Schönsten“, lachte die Schützenkönigin, bevor sie sich endlich durchgekämpft hatte.

Die Preisträger in diesem Jahr waren Norbert Paus, der den Kopf herunter schoss, Michael Driever (Zepter), Manuel Szczotka (Reichapfel), Oliver Kiefmann (linker Flügel) und Christian Schweckhorst (rechter Flügel).

Zwar war das Wetter nicht so ganz ideal, aber was Gutes hatte der Regen auch, wie Präsident Detlef van Dellen bemerkte. „Alle rücken ein wenig näher zusammen und wir sind wie eine große Familie. Der Stimmung tut das keinen Abbruch.“ Bei der Inthronisation am späten Nachmittag vor dem historischen Rathaus lugte dann schon hier und da die Sonne wieder hervor.

Bereits am Sonntag waren die Jungschützen zum Königsschießen angetreten. 22 Jungschützen wollten ihr Glück versuchen und zwölf Königsanwärter Jungschützenkönig in Anholt werden.

Der 20-jährige Jungschützenoffizier Markus Bruns sicherte sich nach einem fairen Kampf die Königswürde und nahm sich die 20-jährige Lisa-Marie Schnelting zu seiner Jungschützenkönigin.

Die Preise holten sich Mike Schirrmacher (Kopf), Tim Großkopf (linker Flügel) und Mirko Tenhaaf (rechter Flügel).