Statt „Leitpfosten“ zählen Menschen

Foto: NRZ

Emmerich/Rees..  Müssen die Straßen ausgebaut werden? Reicht der Lärmschutz, wenn überhaupt vorhanden, noch aus, weil immer mehr Fahrzeuge unterwegs sind? Exakt um Themen wie Straßen- und Verkehrsplanung in den Griff zu bekommen, sind derzeit überall im Land, auch in Emmerich und Rees, an Bundesstraßen Verkehrszähler mit gelben Warnwesten unterwegs.

Besser gesagt, sie sind stationär im Einsatz, sitzen auf Stühlen und zählen eifrig die an und, wenn sie sich auf Brücken befinden, unter ihnen vorbeifahrende Fahrzeuge. „In Emmerich haben wir 21 Zählstellen, in Rees ebenfalls“, sagte Ulrike Neuenhofer vom Landesbetrieb Straßenbau NRW in Wesel.

Gezählt wird vor, in und nach den Sommerferien, etwa bis September. Wobei die Verkehrszähler, und zwar Studenten ebenso wie Schüler, Hausfrauen und Rentner, vormittags zwei und nachmittags drei Stunden auf ihren Zetteln Motorräder, Autos, Lastwagen, Busse, aber auch Fahrräder festhalten. „Aber nur an Bundesstraßen“, ergänzt Thorsten Becher.

Er ist Geschäftsführer der Ingenieur-Gesellschaft Stolz (IGS) in Neuss, die vom Landesbetrieb mit der Zählung beauftragt worden ist. „An den Landstraßen sind ‘Leitpfosten’ im Einsatz, in denen Radargeräte mit Zähl-Elektronik installiert sind. Weil es davon aber nicht genügend gibt, müssen außerdem die menschlichen Zähler ran.“

Die sind entweder durch Anzeigen, etwa in der NRZ, oder durch Job-Zentren angeworben worden und erhalten pro Stunde neun Euro. „Wir suchen noch Leute“, sagt Thorsten Becher. Wer Interesse habe, könne sich auch direkt unter der Rufnummer 02131/604010 an die Firma IGS wenden, sagt der Geschäftsführer.

Die Kommunen Emmerich und Rees, die auf ihren Gemeindestraßen hätten zählen sollen, haben indes im Vorfeld abgewinkt. Zu viel Aufwand, das könne man nicht auch noch leisten, hieß es unisono aus den Rathäusern.

Mit den Ergebnissen der Verkehrszählung, die sich alle fünf Jahre wiederholt, wird Mitte 2016 gerechnet.

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