Starkes Zeichen

Unverhofft kommt oft. Zur eigenen Überraschung, diesen Eindruck musste man jedenfalls gewinnen, wurde Sultan Seyrek, SPD-Ratsfrau mit Lebensmittelpunkt Vrasselt, zur Vorsitzenden des Ortsausschusses Elten gewählt. Gefreut hat sie sich nicht, sie fühlte sich überrumpelt. Kann einen der Ortsausschuss noch überraschen? Einige offenbar schon. Pleiten, Pech und Pannen pflastern die mühsamen ersten Meter. Kann es besser werden? Was kommt denn noch?

Wohlfeile Sonntagsreden werden über Asyl und Integration viele gehalten. Besser wäre, wenn die, die sie am lautesten halten, selbst einen konkreten Beitrag leisteten. So hätte eine starke Symbolkraft, wenn etwa die Kirchen, die über genügend Wohnraum verfügen, mit gutem Beispiel vorangingen. Doch nicht nur sie sind herausgefordert.

Folgender Fall ist beschämend: Da sucht eine junge Frau aus Nigeria mit zwei kleinen Kindern seit langem auf dem freien Wohnungsmarkt ein Dach über dem Kopf, denn der Asylantrag der Mutter wurde positiv beschieden. Scheitert die Suche wirklich nur daran, weil die Frau nur Englisch spricht? Dabei ist ja richtig: Auch in Emmerich mangelt es an kleinen, bezahlbaren Wohnungen. Leider fallen Asylbewerber als erste hinten über. Vielleicht hilft ja doch noch jemand der jungen Familie.

Dass Emmericher hilfsbereit sind, beweisen sie alljährlich bei der Spendenaktion für die Pflege von Kriegsgräbern fern der Heimat. Es ist ein starkes Zeichen, dass die Menschen nicht nur an sich denken.