Stadtwerke investieren 1,5 Mio. Euro

Nicht in die Röhre guckt das Embricana. Im Gegenteil: Die Stadtwerke stecken in neue Technik 1,5 Mio. Euro.
Nicht in die Röhre guckt das Embricana. Im Gegenteil: Die Stadtwerke stecken in neue Technik 1,5 Mio. Euro.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit der vom Aufsichtsrat genehmigten Summe soll u.a. die Lüftungsanlage im Freizeitbad saniert werden. Gespräche mit Contargo über Hafen-Kooperation.

Emmerich..  In dieser Woche hat er die ersten 100 Tage rum. Udo Jessner (59) kamen sie vor wie 1000. Wobei der Stadtwerke-Chef das nicht auf sein Alter gemünzt wissen will, sondern nur auf die thematische Dichte: „Ich habe das Gefühl, dass ich schon ewig hier bin.“ Man nimmt ihm auch ab, wenn er behauptet: „Ich fühle mich sauwohl.“ So langsam komme er auch in die Details viel tiefer hinein.

Zur guten Laune hat sicher auch beigetragen, dass der Aufsichtsrat im Wirtschaftsplan rund 1,5 Millionen Euro genehmigt hat. Die fließen in das Sport- und Freizeitbad. Wovon aber die Besucher kaum etwas merken dürften.

2014 war für Sauna nicht kalt genug

Da ja in diesem Jahr auch mit dem Bau des neuen Wasserwerks begonnen wird, sagt Jessner: „2015 wird heftig!“ Die Sanierung der Lüftungsanlage, Brandschutz und die Reorganisation des Küchenbereichs seien angezeigt, um die Energiekosten zu senken und die Einrichtung in Emmerich wirtschaftlich über die Runden zu bringen. Denn auch 2014 war kein allzu rosiges Jahr für Bad und Sauna.

Beide mussten 2014 einen leichten Besucherrückgang gegenüber 2013 verkraften. Was vor allem an Petrus lag. „2014 war ein schlechtes Sauna-Jahr, weil es nicht kalt war. Und wir hatten einen schlechten Sommer“, blickt Jessner zurück. Hinzu kam die Schließungswoche.

Durch eine stärkere Angleichung des Wärme-/Kälte-Bereichs will man im Bad den Energieverbrauch reduzieren und damit „erhebliche Kosten“ einsparen. Die alten Aggregate verbrauchten viel zu viel Strom. Die Wärmeverluste soll zukünftig vermieden werden. Aber auch in den Aufenthalts- und Lagerbereich will man 2015 investieren: „Da besteht ein erheblicher Nachholbedarf“, hat Jessner in seinen ersten 100 Tagen festgestellt: „Ich bin froh, dass wir die Freigabe haben. Damit haben wir ein strammes Paket vor der Brust, das müssen wir stemmen.“ Später müsse dann auch das inzwischen 21 Jahre alte Schwimmbad selbst angepackt werden. Denn, wie wahr: „Nichts hält ewig.“Der Aufsichtsrat hat Jessner auch beauftragt, mit Contargo über eine stärkere Kooperation zu verhandeln. Die Logistikgruppe ist am Hafenbetreiber Rhein Waal-Terminal GmbH (RWT) zu 37,6 Prozent beteiligt. Contargo baut sein Netzwerk an der Rheinschiene weiter aus und investiert in das Container-Terminal Emmelsum, Teil von DeltaPort. „Da stellt sich wegen der räumlichen Nähe schon die Frage, ob wir nicht mehr kooperieren und uns besser abstimmen können“, so Jessner. Auch Contargo-Geschäftsführer Konrad Fischer hatte bei der Vertragsunterzeichnung 2014 in Wesel den Wunsch geäußert, mit dem in Emmerich erfolgreichen Terminal eine engere Verzahnung vorzunehmen.

Auch im Emmericher Terminal besteht Handlungsbedarf. Der Jahresumschlag liegt bei 120 000 TEU, Zukunftsmusik ist eine Verdoppelung. „Von daher glauben wir“, sagt Jessner, „dass sich Zukunftsinvestitionen lohnen, wenn wir den Stand halten wollen, denn auch bei uns ist Stillstand Rückschritt.“