Stadt kauft Kolpinghaus Oelstraße

Die Stadt hat das Kolpinghaus Oelstraße gekauft. Eine Wohnung ist derzeit noch bewohnt.
Die Stadt hat das Kolpinghaus Oelstraße gekauft. Eine Wohnung ist derzeit noch bewohnt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dort können in sechs Wohnungen maximal 30 Asylbewerber untergebracht werden. Doch es sind zwei weitere Übergangswohnheime nötig. Ghettoisierung wird abgelehnt.

Emmerich..  Die Stadt hat das ehemalige Kolpinghaus an der Oelstraße gekauft. Das gab Bürgermeister Johannes Diks (CDU) im Sozialausschuss bekannt. Die sechs Wohnungen in dem recht großen Komplex sind unterschiedlich groß. Insgesamt können dort maximal 30 Asylbewerber untergebracht werden. „So kommen wir eine Ecke weiter“, so Diks. Aber natürlich reicht das auf Dauer nicht, um alle zugewiesenen Flüchtlinge aufzunehmen. Bis Jahresende rechnet die Stadt mit rund 200 Asylbewerbern, aktuell sind es 139. Deshalb plant die Stadt den Bau von zwei neuen Übergangsheimen für jeweils 60 Personen. Diks sagte, dass man eine Ghettoisierung vermeiden wolle und bei den Unterkünften „einen guten Standard nicht unter der Messlatte“ anstrebe.

Vorbild Bocholt

Für den ersten Neubau werden Kosten von etwa 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Im Haushaltsentwurf 2015 werden nun 800 000 Euro eingestellt, weitere 400 000 Euro per Verpflichtungsermächtigung für 2016. Die Stadt ließ sich bei Konzept und Kosten von der im November bezogenen Asylbewerber-Unterkunft am Aasee in Bocholt inspirieren, die eine hochkarätige Gruppe aus Verwaltung und Fraktionsvorsitzenden zuvor besichtigt hatte und die allgemein positiv aufgenommen wurde. Auch die Vorsitzende des Sozialausschusses, Elke Trüpschuch (SPD), zeigte sich angetan.

„So wie in Bocholt stellen wir uns das in der Umsetzung vor“, sagte Diks. Das zweigeschossige Energiesparhaus in schöner Lage neben dem Kneipp-Verein kostete 1,4 Mio. Euro, wovon aber 250 000 Euro auf den Hochwasserschutz entfielen, die in Emmerich nicht anfallen. Der Neubau Im Königsesch in Bocholt besteht aus 20 Wohneinheiten: 16 Wohneinheiten (je zwei Zimmer) mit 42 qm Größe sowie vier mit jeweils 21 qm großen Einzimmer-Wohnungen. Alle mit Küchenzeile, Dusche und WC. Außerdem gibt es einen Raum mit sechs Waschmaschinen, zwei Lagerräume und einen Technikraum. Auch wenn es vor Ort einen Betreuer gibt, sollen sich die Flüchtlinge für ihre Wohnung verantwortlich fühlen und pfleglich mit der Einrichtung umgehen.

Schon im Frühjahr könnte es an einem Standort in Emmerich losgehen. Wo sich der befindet, ließ Diks mit Blick auf den noch nicht abgeschlossenen Kaufvertrag einstweilen offen. Im Frühjahr 2016 soll diese erste Unterkunft bezugsreif sein. Eine zweite könnte dann 2016 gebaut werden. Vielleicht neben dem schon bestehenden Objekt an der Tackenweide 19. Aber nur dann, wenn sich die Stadt mit dem Eigentümer über die Verlängerung des Mietvertrages handelseinig wird, der Mitte 2016 ausläuft. Die käme „nur dann in Frage, wenn wir eine wirtschaftlich vernünftige Regelung finden“, so Diks im Sozialausschuss.

Peter Hinze (SPD) sagte, in Zeiten von Pegida habe man eine besondere Verantwortung, die Asylbewerber in die Gesellschaft zu integrieren: „Wir müssen sehr viel mehr tun.“ Und sich mit dem Konzept des Fachbereichs 7 befassen.