SPD hebt Hinze auf den Schild

Erster Schlagabtausch: Titelverteidiger Johannes Diks (CDU, li.) und sein ewiger Herausforderer Peter Hinze (SPD).
Erster Schlagabtausch: Titelverteidiger Johannes Diks (CDU, li.) und sein ewiger Herausforderer Peter Hinze (SPD).
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Emmerichs SPD-Chef wird von den Mitgliedern zum Bürgermeister-Kandidaten gewählt. Er erhielt im PAN Kunstforum die Zustimmung von fast 90 %. Auch Ministerin Dr. Hendricks traut ihm einiges zu.

Emmerich..  Nach einer sehr kämpferischen und durchaus selbstbewussten Vorstellungsrede ist Peter Hinze von Emmerichs SPD-Mitgliedern zum Bürgermeister-Kandidaten für die Wahl am 13. September gekürt worden.

Es gab keine weiteren Bewerber. Im PAN erhielt Hinze gestern 52 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen sowie drei Enthaltungen. Mit 89,66 Prozent Zustimmung heimste Hinze zwar kein Honecker-Ergebnis ein, aber der 54-Jährige nahm das ebenso tapfer hin wie seine erkältungsbedingte Heiserkeit. Der NRZ sagte er: „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Auch Nein-Stimmen muss man sich erst verdienen.“ Wenn man allen gefallen wolle, habe man schon verloren. Honecker-Resultate wolle die SPD gar nicht: „Wir leben in einer Demokratie.“

Warum tut er sich das an?

Einer der ersten Gratulanten war, eine faire Geste, kein „Roter“, sondern Bürgermeister Johannes Diks (CDU), der der Einladung der SPD zum Neujahrsempfang wieder gefolgt war und wohl auch wissen wollte, wie sich sein ewiger Widersacher schlägt. Denn das Besondere dieses Empfangs war ja die Wahl des Bürgermeisterkandidaten.

Peter Hinze fordert Diks nun schon zum dritten Mal heraus. Warum er sich den Tort antut? „Weil ich es kann“, gab er selbst die Antwort und, weil aller guten Dinge drei sind: „Andere denken und wissen, dass ich es kann. Ich will Bürgermeister werden!“ Für diese klare Kampfansage gab es viel Beifall der Genossen im PAN. Einer rief sogar „Wow!“ Ihn zeichneten „Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und soziale Kompetenz“ aus, beschrieb sich der Kandidat selbst.

Nachdem er sich auf den Mitgliederversammlungen der drei SPD-Ortsvereine vorgestellt habe, „war es eine logische Folge, dass ich heute hier stehe“. Er habe Politik von der Pike auf gelernt, könne auf die Bürger zugehen: „Ich habe immer noch viel Freude an der politischen Arbeit.“ Er wünsche sich nun, dass die BGE Wort hält und nun einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellt. Das, so hofft Hinze, könne seine Chancen erhöhen.

Emmerichs SPD-Chef kritisierte, dass Bürgermeister Diks auf dessen Neujahrsempfang die Gesamtschule quasi als seinen Erfolg verbucht habe. „Die Lorbeeren gehören uns, die will ich jetzt einsammeln.“ Auch Rheinpark, Demografie, Rückverlegung des Wochenmarktes oder der runde Tisch beim Asyl seien SPD-Themen gewesen: „Es wird Zeit für den Wechsel, für Veränderungen. Mit meinem Team können wir es schaffen!“

Was könnte damit gemeint sein? Hinze deutete an, wo sich was ändern könnte: „Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Tourismus - ist das alles aus einer Hand richtig?“ Und: „Sind alle Stellen im Rathaus richtig besetzt?“ Zumindest den Bürgermeisterstuhl will Hinze dem Amtsinhaber im Rathaus schon mal streitig machen.
Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks (MdB-SPD) hatte sich zuvor für Hinze stark gemacht: „Er hat nachgewiesen, dass er es kann. Irene Möllenbeck und Ille Heering haben es gut gemacht, er wird es mindestens ebenso gut machen.“