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Soziales

Sozialtreff ist bestürzt

06.03.2009 | 10:19 Uhr

In einer Presseerklärung hat sich der Emmericher Sozialtreff bestürzt darüber gezeigt, dass die Politik ihn finanziell nicht mit 5000 Euro unter die Arme greifen möchte. Die Erklärung im Wortlaut:

"Mit Bestürzung und Verwunderung haben wir, die zum Teil seit Jahren ehrenamtlichen Mitglieder des Sozialtreff Emmerich, die Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Emmerich zur Kenntnis genommen, für das Haushaltsjahr 2009 keine finanzielle Unterstützung für den Fortbestand der Arbeit unserer unabhängigen Sozialberatungsstelle in Emmerich zu gewähren.

Hier verhält sich die Stadt Emmerich sozial unverantwortlich.

Wir haben zurzeit keinen festen Beratungsraum; wir sind einmal im Monat zu Gast bei der Diakonie in einem Raum, der eine notwendige und diskrete Einzelberatung nicht ermöglicht.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Sozialtreff Emmerich haben neben der durchgeführten Beratungstätigkeit zum Teil für diese Arbeit noch private Eigenmittel aufgebracht, obwohl sie

überwiegend selbst Empfänger von SGB-II- wie SGB-XII-Leistungen sind, also das nötige Geld nicht einmal besitzen. Unsere Beratungen außerhalb der Diakonie finden privat zuhause statt oder aber als mobiles Beratungsteam in Ermangelung einer festen dauerhaften festen Beratungsstelle. Dieser Zustand ist unhaltbar und stellt die Fortführung unsere ehrenamtlichen Arbeit insgesamt infrage.

Die Ratsuchenden aus der Bevölkerung haben aufgrund steigender Arbeitslosigkeit und einer im Kreis Kleve rigiden Verwaltungspraxis zunehmend unabhängigen Beratungsbedarf.

Oftmals sind die Bescheide der Sozialverwaltung fehlerhaft (siehe die Klageflut vor den Sozialgerichten mit über 50%iger Erfolgsquote) oder unverständlich, zum anderen Teil besteht bei vielen Bürgern wegen ihrer oftmals unverschuldeten sozialen Situation erhöhter Gesprächsbedarf.

Selbst wenn manche Bescheide des Amtes aus unserer Sicht nicht zu beanstanden sind, möchten viele betroffene Bürger sich einfach nur mal ausgiebig aussprechen.

In diesem Sinne also verstehen wir unsere Arbeit, zumal in Emmerich ja leider auch kein Erwerbslosenzentrum mehr existiert. Wir schlagen daher vor, unsere Beratungstätigkeit mit der Schaffung eines Erwerbslosenzentrums unter einem Dach zu verbinden. Die notwendige fachliche pädagogische Betreuung vor Ort könnte aus arbeitsmarktpolitischen Programmen der Bundesanstalt für Arbeit bezahlt werden und würde dann keinen Kostenfaktor für die Stadt Emmerich darstellen.

Gleichzeitig würden dadurch neue Stellen geschaffen, die die Arbeitslosenstatistik und die Kosten der Stadt entlasten.

Wir fordern die politisch Verantwortlichen der Stadt Emmerich auf, ihre Entscheidung hinsichtlich des Jahres 2009 zu revidieren und ein Gespräch mit uns zu führen, damit eine Fortsetzung unserer Arbeit im Interesse der betroffenen Bürger gewährleistet wird.

Obwohl auch linksrheinisch in Kleve und Kevelaer Beratungsangebote unseres Vereins bestehen, haben sich ratsuchende Bürger von Geldern bis Kranenburg in der jüngsten Vergangenheit telefonisch oder persönlich an uns gewandt.

Nicht nur die Stadt Emmerich, sondern auch der gesamte Kreis Kleve sollte sich zukünftig mehr seiner sozialen und sozialpolitischen Verantwortung bewusst werden – und dies nicht nur in kostenlosen Lippenbekenntnissen, sondern mit Taten!

Für den Sozialtreff Emmerich:

Margitta Beese-Weyers, Jürgen Brockmann (Leiter des Sozialtreffs/Foto), Merle Fleischhauer, Inge Hübers, Sigrid Minsel, Bernd Nellissen, Werner Schmidt

Norbert Kohnen

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Kommentare
07.03.2009
11:48
Sozialtreff ist bestürzt
von Town Hall | #1

ist doch klar, dass diese schreibtischtäter das geld nicht genehmigen wollen. gut beratende bürger können sich beim hartz4-amt mehr rechte verschaffen. warum sollten die das dann wollen?! diese schreibtischtäter erschweren ohnehin das leben der arbeitslosen.
ich rate dem sozialtreff ein gespräch mit emmerichs sogenannten ersten bürger diks, der retter und befreier emmerichs, der es immer wieder gut versteht mit zahlen rumzuwerfen und die bürger zu verschaukeln. mister-überall-präsent sein damit die bürger ihn ja nicht vergessen bei der wahl. mit einer millionen euro wird das embricana jährlich subventioniert. was sind dagegen 5000 euro für diese sozial schwachen menschen? dem bürgermeiser mister-verweist-immer-auf-die-rheinpromenade - obwohl hier alle parteien mitbeteiligt waren - geht es nur um zahlen, um sich von nachbarstädten abzuheben. dass dabei bürger im stich gelassen werden, interessiert niemanden.

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