„Sohni“ und die Hintertür

Elten..  Hans-Jörgen Wernicke hatte sich in der vierten Stuhlreihe des Besucherraumes in der Luitgardisschule platziert. Und verfolgte den zweiten Wahlanlauf des Eltener Ortsausschusses aus der Distanz. Wohl wissend, dass er bald wieder am Tisch platznehmen dürfte. Zwar hievten die elf Mitglieder mit 6:5 Stimmen die Vrasselterin Sultan Seyrek, die für die SPD als Mitglied im Rat der Stadt sitzt, auf den Vize-Stuhl. Und beließen den klar prädestinierteren Ludger Gerritschen in der Vertreterrolle. Ein christdemokratischer Denkzettel für den ausgehebelten bisherigen Ortsvorsteher Albert Jansen, dessen Beraterplatz bei der Sitzung am Donnerstag auch leer blieb.

Weil Hans-Jörgen Wernicke als Seyreks Stellvertreter benannt ist, dürfte der mehr am Tisch als im Zuschauerraum hocken. Immobilienmaklerin Seyrek ließ keinen Zweifel daran, dass sie den Vorsitz in Elten gar nicht wolle: „Zur Wahl habe ich mich nur bereit erklärt, damit das Gremium arbeitsfähig ist.“ Im ersten Anlauf im Dezember blieben vier (!) Kandidaten-Vorschläge solche.

Denkbar ist, dass die Schöffin am Klever Landgericht bei einigen Sitzungen ihrem Stellvertreter Gerritschen den Vortritt lässt. Und ihr Vertreter Wernicke dann mit am Diskussionstisch sitzen darf. Allein die Versammlung darf „Sohni“ nicht leiten. Fallen Seyrek und Gerritschen aus, wird der Ausschuss abgeblasen.

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