Snowden den Prozess gemacht

Foto: NRZ Emmerich

Rees..  Was haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Aspel mit Edward Snowden, dem us-amerikanischen Whistleblower zu tun? Seine Enthüllungen, die Einblicke in das Ausmaß der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten gaben und im Sommer 2013 die NSA-Affäre auslösten, waren Grundlage für eine Anklage, die jetzt Schüler der EF und Q1 des Gymnasiums Aspel sowie Schüler aus den Niederlanden im Rahmen des Comenius-Projekts in einem Rollenspiel erhoben und durchspielten. Die sechs Aspeler Schüler kamen jetzt von einem fünftägigen Besuch in Uden zurück.

„Natürlich waren wir schon öfters in den Niederlanden, aber wenn man mehrere Tage in einer Gastfamilie lebt, lernt man den Alltag und das typisch niederländische Leben doch deutlich besser kennen. Und so hatte das Treffen auch den Vorteil, dass wir unsere niederländischen Sprachkenntnisse anwenden konnten“, so einige Eindrücke von Lukas Sverko (Q1). Ein weiterer: „Wir haben selten erlebt, dass fünf Tage so schnell vorüber gehen, was vor allem daran lag, dass jeder Tag hervorragend geplant war und zu einem echten Erlebnis wurde.“

In den ersten Tagen verbrachten die Schüler aus Rees einige Zeit mit den Gastfamilien und den niederländischen Comeniusschülern, um sich besser kennenzulernen.

Tags darauf startete das eigentliche Programm an der Schule in Uden, das unter dem Thema „Crime and Law“, also Kriminalität und Gesetz, stand. „Zunächst stellte jedes Land eine Präsentation zum Thema ‘Cybercrime and Cyberlaw’ vor“, berichtet Lukas Sverko. Um einen besseren Einblick in das Thema Recht und Kriminalität zu bekommen, besuchten die Schüler am Nachmittag die juristische Fakultät der Radboud Universität in Nijmegen. Zudem stand ein Besuch des Museums für moderne Technologien und Kommunikation Den Haag auf dem Programm.

Mann nannte seinen Namen nicht

„Unser neu erlerntes Wissen konnten wir besonders bei den schon erwähnten Gerichtsszenen zu aktuellen Fällen aus dem Bereich Internetkriminalität gebrauchen“, so Lukas Sverko. Unter anderem wurde auch eine Szene nachgespielt, bei der ein Mann im Internet Kontakt zu Jugendlichen gesucht hatte, aber falsche Angaben zu seinem Namen gemacht hatte.

Der letzte Tag in Uden nutzen die Schüler, um mit allen Gastgebern und Gastschülern sowie den begleitenden Lehrern – aus Rees waren das Christian Meuser, Hendrik Snethkamp und Saskia Wahlefeld – essen zu gehen. Und natürlich durfte danach eine große Abschiedsparty nicht fehlen.

Lukas Sverko: „Wir können wirklich sagen, dass wir durch das Comenius-Projekt einen ganz neuen Eindruck von den Niederlanden gewonnen haben. Besonders die Gastfreundschaft der Menschen hat uns sehr beeindruckt. Egal wo wir hingingen, überall wurden wir mit offenen Armen begrüßt. Was uns aber auch gefreut hat war, endlich einmal zu sehen, wie unsere Nachbarn wirklich ihren Alltag verbringen.“ Zwar hätten er und seine Mitschüler gewusst, so Sverko weiter, dass sie viele ihrer Freunde beim nächsten Treffen im März in Polen wiedersehen würden, aber trotzdem sei es schwer gewesen, ‘Goodbye’ zu sagen.

Fördermittel werden beantragt

Übrigens: Das Gymnasium Aspel will das von der EU geförderte Comenius-Projekt fortführen, und ist derzeit dabei, die umfangreichen Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen.