Schlaganfall-Bus lockte in Emmerich zahlreiche Interessenten

Am Dienstag Schlaganfall-Bus Halt im Innenhof des Willibrord-Spitals in Emmerich.
Am Dienstag Schlaganfall-Bus Halt im Innenhof des Willibrord-Spitals in Emmerich.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum zweiten Mal machte der rote Doppeldecker-Infobus der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Emmerich Station. Zahlreiche Interessierte kamen zum Willibrord-Spital.

Emmerich..  Schon um kurz nach 10 Uhr hatten Ärzte und Pfleger alle Hände voll zu tun. Gleich zu Beginn des Info-Tages rund um die Aufklärungskampagne zum Thema Schlaganfall drängelten sich die Menschen vor dem roten Doppeldecker-Infobus der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Sie alle wollten das Angebot wahrnehmen, sich auf ihr persönliches Schlaganfall-Risiko hin untersuchen zu lassen.

Drei Stationen konnte man durchlaufen, um Risiko-Faktoren zu erkennen. „Zunächst wird Blutzucker und Sauerstoff-Sättigung gecheckt, dann Blutdruck gemessen und ein EKG gemacht“, erklärte Miriam Steinberg, Mitarbeiterin der Stiftung. Danach standen Ärzte, unter ihnen auch der Chefarzt der Geriatrie in Emmerich, Dr. Marco Michels, für ein Beratungsgespräch bereit.

Sofort Notarzt informieren

Im vergangenen Jahr hatte die Stiftung erstmals einen Aufklärungs-Tag angeboten – mit großem Erfolg. „Gut 200 Leute hatten daran teilgenommen“, erinnerte sich Dr. Michels noch sehr genau. Auch deshalb, weil bei fünf Prozent derer, die untersucht wurden, eine akute Schlaganfall-Gefahr festgestellt und behandelt worden ist, so der Mediziner.

Während sich die überwiegend älteren Personen an den Ständen mit Info-Material versorgten, betonte der Chefarzt, wie wichtig beim Schlaganfall die schnellstmögliche medizinische Behandlung ist. „Pro Minuten werden zwei Millionen Gehirnzellen zerstört“, sagte er. Zeit sei Gehirn, das, wenn schnell gehandelt würde, auch gerettet werden könne.

Deshalb sei es so wichtig, dass im Verdachtsfall sofort der Notarzt gerufen wird. „Der Patient muss dann schnell ins nächstgelegene Krankenhaus“, riet Dr. Michels. Das Willibrord-Spital sei für die Umgebung erste Anlaufstelle.

Verfügt doch das Emmericher Krankenhaus über eine Überwachungsstation für Schlaganfall-Patienten mit vier Betten. Rund 150 solcher Patienten hat das Hospital im Vorjahr versorgt.

Während Saskia Klosowski, Stationsleiterin der Geriatrie, gemeinsam mit Helferin Christa zugunsten der Stiftung Waffeln und Kaffee verkauften, und sich auch Bürgermeister Johannes Diks als Schirmherr der Veranstaltung über das Thema Schlaganfall informierte, stand der erste von zwei Vorträgen an: „Risiko-Faktoren und Symptome erkennen und vorbeugen“ lautete der, Akut-Behandlung und Rehabilitation der andere.

Alter ist das größte Risiko

„Bis auf das Alter, das wir nicht beeinflussen können und das das größte Risiko darstellt, sind heute im Prinzip alle übrigen Risiko-Faktoren für einen Schlaganfall behandelbar“, sagte der Mediziner. Der nicht verschwieg, dass sogar Kinder von Schlaganfällen betroffen sein können.

Fest steht bereits, dass die Info-Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder steigen soll. Michels: „Dann haben wir im Krankenhaus für diesen Tag zusätzlich für die Untersuchungen Ultraschall-Geräte zur Verfügung.“