Schläger kann nicht zahlen

Emmerich..  Die Schlägerei in und vor einer Diskothek am Neumarkt ereignete sich bereits in der Nacht zum 6. Juni 2013. Gestern, fast zwei Jahre später, musste sich der Angeklagte erneut vor dem Amtsgericht verantworten. Zehnmal 50 Euro hätte der 29-jährige Emmericher eigentlich ab 1. Oktober 2014 monatlich an den Kinderschutzbund zahlen sollen. Und zwar für seine Prügeleinlage.

In deren Folge hatte sich ein Beteiligter von mindestens vier Raufbolden eine Gehirnerschütterung, eine Platzwunde am Kopf sowie Prellungen an den Händen, Rippen und an der Stirn zugezogen. Der Angeklagte hatte seine Fäusten sprechen und eine Flasche fliegen lassen.

Der Fall musste gestern in die Nachspielzeit. Überflüssigerweise. Mickrige 50 von 500 Straf-Euro sind nämlich erst beim Kinderschutzbund angekommen. „Ich kann eine solch hohe Monatsrate nicht zahlen“, gab der Bauarbeiter an. Er lebe von 399 Euro netto im Monat, also Hartz IV, muss davon seinen Strom und den Unterhalt für seine dreieinhalbjährige Tochter bestreiten.

„Sie hätten mir Ihre finanzielle Situation schriftlich darlegen können. Dann säßen wir jetzt nicht hier“, mahnte Richterin Dr. Christiane Schmitz. Und schlug vor, die Geldstrafe in Sozialstunden umzuwandeln: „Die können Sie auch am Wochenende ableisten, sollten Sie in Kürze eine neue Arbeit gefunden haben.“ Doch der Angeklagte reagierte wenig begeistert. Die Rate wurde auf 25 Euro im Monat halbiert. „Das weisen Sie mir per Kontoauszugskopie nach. Sonst sehen wir uns wieder“, so Richterin Schmitz.