Sachliche Argumente und unangenehme Wahrheiten

Das neue Jahr ist erst ein paar Tage alt. Und wird schon überschattet von einem schweren Terror-Anschlag. Aber auch bei uns begann 2015 mit wenig erfreulichen Nachrichten, auch wenn ein Dachstuhlbrand, ein Bombenfund und ein schwerer Lkw-Unfall mit dem Attentat von Paris nicht zu vergleichen sind. Aber es ereignet sich auch Positives. Dumpfen Ressentiments und Ängsten gegen alles Fremde setzen auch Emmericher ihr praktisches Engagement entgegen. Dazu gehört der sympathische Aufruf des Gymnasiums, Fahrräder für Flüchtlingskinder zu spenden. Die Asylbewerber sind eben keine anonyme, bedrohliche Masse, sondern Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und mussten.

Gerade jetzt ist richtig: Gegen Vorurteile helfen Begegnungen, Aufklärung und Fakten. Dazu hat Bundesministerin Hendricks (SPD/MdB) aus Kleve einen Beitrag geleistet. Sie wies in ihrem Newsletter darauf hin, dass 2013 1,2 Millionen Menschen nach Deutschland ein- und knapp 800 000 auswanderten. Von den Einwanderern kamen zwei Drittel aus der EU, vor allem aus Polen und eben nicht aus der Türkei oder anderen muslimisch geprägten Staaten, wie viele vermuten. Die Einwanderer hätten überwiegend gute Qualifikationen und füllten die Sozialkassen, so Barbara Hendricks.

Die Politik muss die Befindlichkeiten der Bürger immer ernst nehmen, und Kommunen müssen bei der Aufnahme von Asylbewerbern stärker unterstützt werden. In Emmerich leben aktuell knapp 140 Bewerber.

Der Kölner Kardinal Woelki hat in seiner Silvesterpredigt unangenehme Wahrheiten ausgesprochen. Zum Beispiel, dass etwa 100 000 Deutsche für den Export von zielgenauen Waffen arbeiteten: „Wir verdienen daran. Die Steuereinnahmen daraus fließen in unseren Straßenbau und unsere Kindertagesstätten. Und wir wundern uns dann, wenn einige Opfer von Gewalt an unsere Türen klopfen?“