Rheinbrücke gesperrt - Polizei schiebt Wache

Am Dienstag verkehrte im Nah- und Regionalverkehr kein Zug mehr.
Am Dienstag verkehrte im Nah- und Regionalverkehr kein Zug mehr.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Orkan „Niklas“ wirbelt am Dienstag Fahrpläne kräftig durcheinander. Nach zwei Unfällen wird die Totalsperrung der „Golden Gate“ angeordnet. Autofahrer versuchen, Sperrböcke beiseite zu schieben. Am frühen Abend nimmt die Bahn Verkehr nach und nach wieder auf.

Emmerich..  Orkan „Niklas“ hat sich am Dienstag auch in Emmerich ausgetobt. Zwei hielten dem Sturm mit stoischer Ruhe stand: Büllent Arslan und die Auszubildende Ana da Costa im Emmericher Bahnhof. „Gibt’s einen Schienenersatzverkehr?“ wollte ein genervter Kunde im Reisezentrum wissen. „Leider nicht“, musste Arslan antworten. Und dann klingelte auch schon wieder das Telefon: „So geht das seit heute morgen um acht“, so Arslan.

Zunächst hatte der Mann von der Bahn-Agentur den Kunden noch den Bus nach Kleve anbieten können, doch als auch die Emmericher Rheinbrücke gesperrt wurde, fiel auch diese Alternative ins Wasser. Blieb nur die Reeser Rheinbrücke offen. Die Taxifahrer immerhin machten gut Kasse.r

Hier die Chronologie eines stürmischen Tages:


Um 6.34 Uhr schleicht sich der Sturm heran, die ersten Bauzäune und Baustellenschilder fallen um, Müllbeutel wehen auf die Straßen.


Kurz nach 8 Uhr muss der Löschzug Elten ausrücken, um am Zassentrik und an der van-der-Renne-Allee umgestürzte Bäume zu entfernen; der Immenhorstweg wird gesperrt. Dachziegeln stürzen herab, auf der Wollenweberstraße fallen Wellblechplatten vom Dach, die der Eigentümer selbst aufhebt.

Wind drückt Lkw in Leitplanken

Der Nah- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn kommt ab 11 Uhr zum Erliegen. Zwischen Dinslaken und Oberhausen kracht ein Baum auf die Oberleitung. Für den ICE aus Holland ist im Bahnhof die Reise zu Ende, im Fernverkehr rollen noch einige Züge gen Niederlande. Am frühen Abend nimmt die Bahn den Verkehr nach und nach wieder auf.

Um 11 .20 Uhr kippt auf der Brücke der kleine Anhänger eines Pkw um. Es entsteht zwar kein Schaden, doch nachdem nur wenig später ein Lkw in die Leitplanken gedrückt wird, ordnen die Ordnungsämter in Kleve und Emmerich die Komplett-Sperrung der Brücke an. Die Feuerwehr richtet den Anhänger auf. Die Polizei muss die Sperrböcke bewachen, weil Autofahrer sie wegschieben wollen, woran die Polizei sie noch hindern kann. Bis Dienstag, 20 Uhr, soll die Sperrung andauern. Denn der Deutsche Wetterdienst kündigte Dienstag einen Anstieg der Windstärke von 8 bis 9 auf 10 bis 11 an.

Auch den Bus-Fahrplan wirbelt Niklas durcheinander. Betroffen sind laut Niag die Linien SB 58 (Schnellbus Nimwegen-Kleve-Emmerich), die Linie 57 sowie der gesamte Linienverkehr in Emmerich. Fußgänger mussten aufpassen, nicht weggepustet zu werden.

Nach dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ werden auf der Facebook-Seite der NRZ die aktuelle Orkan-Lage und die Auswirkungen auf den Berufsverkehr diskutiert. „So ein Mist, mein Mann sitzt nun in Kleve fest“, postet eine Emmericherin, kurz nachdem die Brücke dicht gemacht worden ist. „Mein Mann sitzt in Oberhausen fest und kommt nicht nach Hause“, tippt die mitfühlende Frau eines Bahn-Pendlers.


Und last but not least: Am Nachmittag tobt sich ein Surfer im Rhein aus ...