Rhein nähert sich Rekordtief
14.11.2011 | 17:01 Uhr 2011-11-14T17:01:00+0100
Emmerich.Der Rhein zieht sich immer weiter zurück. Gestern wurde in Emmerich nur noch ein Pegelstand von 57 Zentimetern gemessen. „Obwohl Niedrigwasser in den Monaten Oktober und November normal ist, ist das mittlerweile schon ein sehr niedriger Pegelstand“, sagt Jan Böhme, Gewässerkundler des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg (WSA), das auch für Emmerich zuständig ist.
Noch ist der Pegel vom Rekordwert von 28 Zentimetern aus 2003 noch weit entfernt. Doch die Prognose des Experten verheißt nichts Gutes für die kommenden Tage: „Bis Samstag wird der Pegel in Emmerich bis auf 40 Zentimeter fallen“, so Böhm.
Zwei Schiffe für eine Fracht
Eine Nachricht, die vor allem all jene nicht gern hören, die tagtäglich mit der Binnenschifffahrt zu tun haben. So wie Hans-Georg Mies. Mies arbeitet im Bereich Spedition der der Deutschen Giessdraht GmbH. Und bringt der niedrige Pegelstand vor allem eines: Nachteile – „ finanziell und logistisch“. Eine Warenladung, die das Emmericher Unternehmen etwa aus Rotterdam bekommt, kann nicht mehr nur mit einem Schiff angeliefert werden. Sondern benötigt zwei. Damit das Schiff nämlich nicht zu tief im Wasser liegt und aufgrund des Niedrigwassers womöglich auf Grund läuft, können statt der üblichen 2000 Tonnen nämlich nur noch 750 geladen werden. „Ein weiteres Schiff muss daher von uns bestellt werden“, erklärt Mies. Extra-Kosten und ein größerer logistischer Aufwand kommt daher in Zeiten des Niedrigwasser auf die Firmen zu, die auf die Binnenschifffahrt angewiesen sind. In solchen Zeiten weicht das Unternehmen daher auch auf andere Transportwege aus.
Kein Panik in punkto Niedrigwasser herrscht Momentan am Rhein Waal Terminal. „Dennoch haben wir den Pegelstand täglich im Blick“, so Michael Mies, Geschäftsführer des Rhein Waal Terminal. Vor allem die eigenen zwei Schiffe des Terminals, die mit Containern beladen regelmäßig den Hafen in Rotterdam ansteuern, hätten aufgrund ihrer sehr flachen, breiten Bauweise weniger mit dem Niedrigwasser zu kämpfen. Ohnehin liegt in Emmerich der Nullwert zwei Meter über dem Grund. „Der Rhein ist in der Fahrtrinne damit tatsächlich 2,57 Meter tief“, so Mies
Im Emmericher Yachthafen sind die Auswirkungen des niedrigen Pegels kein Problem. „Aufgrund des Winters fährt derzeit keine Yacht mehr raus“, so Marielle van der Zand.
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