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Havarie

Rhein-Luxusdampfer kollidiert mit Frachtschiff

22.05.2011 | 18:18 Uhr
Rhein-Luxusdampfer kollidiert mit Frachtschiff

Emmerich.Diesen Europa-Trip wird Suzie Torborg aus Florida so schnell nicht vergessen. Auf dem maltesischen Luxus-Fahrgastschiff „River Concerto“ war sie zwei Wochen lang ab Wien unterwegs und sollte heute in Amsterdam ankommen. Sollte, denn in der Nacht zu Sonntag endete die Reise unfreiwillig in Emmerich.

Und Suzie Torborg hat riesengroßes Glück gehabt – wie die anderen 131 überwiegend US-Passagiere und 40 Crew-Mitglieder auch: „Only six inches from my head“, ist sie auch am Morgen danach noch ganz aufgeregt: Nur fünfzehn Zentimeter von ihrem Kopf entfernt war ein großer Schiffsanker in ihre Kabine eingeschlagen, während sie in ihrem Bett lag.

Einsatzkräfte gingen von Menschen über Bord aus

„Ich schlief gerade, als es um 1 Uhr nachts den Crash gab“, berichtet Patricia Hoyt aus Minnesota. Dann habe sie sich die Rettungsweste übergezogen und habe sich aufs offene Deck begeben. Die Crew habe sich in dieser kritischen Situation ganz toll verhalten. Auch Colleen Adams und ihr Mann Mike haben das Unglück auf dem Schiff miterlebt. Wie die Passagiere, deren Kabinen sich ebenfalls in der Nähe der Einschlagstelle befanden, haben sie die Nacht kurzfristig im Kernwasserwunderland verbracht. Die Kalifornierin Barbara Stinchfield schoss gestern noch schnell ein paar Fotos von dem Unglücksschiff, bevor zwei Doppeldeckerbusse der niederländischen Firma Froggy Tours die Amerikaner nach Amsterdam brachten.

Schiffsunglück bei Emmerich

Zum Hergang: In der Nacht zu Sonntag um 1 Uhr kollidieren in Höhe des Segelhafens bei Stromkilometer 850 die „River Concerto“ und das niederländische Tankmotorschiff „Margaux“. Zum Glück verletzen sich nur sechs der 132 Fahrgäste leicht. Da die US-Bürger alle etwas älter sind, wurden sie sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht.

Der Tanker hat die „River Concerto“ zum Glück oberhalb des Wassers erwischt. Und dadurch mehrere Meter „aufgeschlitzt“, so Holger Piekorz, Hauptkommissar der WSP. Die Einsatzkräfte wurden zunächst noch mit der Vermutung alarmiert, ein Schiff sei Leck geschlagen und alle Passagiere seien zu evakuieren, schildert Martin Bettray, Stadtbrandinspektor in Emmerich. Die hiesige Wehr rückte mit 45 Kräften aus. Feuerwehren aus Kalkar und Kleve wurden ebenfalls gerufen, „weil man davon ausging, dass womöglich Passagiere über Bord gegangen seien“, sagt Bettray.

Tanker war mit 950 Tonnen Diesel beladen

Der Rettungsdienst war mit großer Mannschaft vor Ort, wie auch 25 Kräfte des Malteser Hilfsdienstes – sie übernahmen die Erstversorgung. Das Technische Hilfswerk (THW) Emmerich schickte 30 Leute, weil man nicht sicher war, ob die Personen bei den derzeit besonders steilen Steigern (Tiefwasser) gut zu evakuieren seien. Das THW hätte entsprechend eingreifen können, „das war dann aber nicht nötig“, so Bettray. Vor Ort gestaltete sich die Lage deutlich entspannter als befürchtet, schildert Bettray.

Der Tanker „Margaux“ war mit 950 Tonnen Diesel beladen. Zum Glück ist beim Zusammenstoß nichts ausgelaufen, wie Holger Piekorz, Hauptkommissar der Wasserschutzpolizei, berichtet. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an. Radarauswertungen sowie Befragungen der Besatzung von zwei Schiffen, die zum Zeitpunkt der Havarie in der Nähe waren, stehen an.

Der Kapitän des Schiffes „River Conerto“ wollte sich gegenüber der NRZ nicht zu der Havarie äußern: „Ich möchte schließlich nicht meinen Job verlieren.“ Er habe die Order erhalten sich nicht öffentlich zu äußern.

Marco Virgillito und Norbert Kohnen

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Kommentare
25.05.2011
11:21
Rhein-Luxusdampfer kollidiert mit Frachtschiff
von R.Drost | #3

.
Gott sei Dank ist nichts schlimmeres passiert, und ich hoffe, das die gutzahlenden amerikanischen Touristen bald wieder Deutschland besuchen.

23.05.2011
14:23
Havarie auf dem Rhein
von g.kont | #2

Diese Flusskreuzfahrtschiffe sind doch schwimmende Hospize, wenn man das Alter der Passagiere betrachtet.

Zählt so eine Kreuzfahrt eigentlich als Rehamaßnahme und wird von den Kassen mitfinanziert?

22.05.2011
20:29
Havarie auf dem Rhein
von TanteLieschen | #1

Wenn ich so die Häufigkeit der Schiffsunfälle betrachte , muss ich sagen auf dem Wasser ist es relativ sicher . Da der Unfall die Kollision des Nachts stattgefunden hat , gehe ich einfach von Müdigkeit mit nachlassender Konzentration aus , hinzu kommt der geringe Waserstände .
Hauptsache es ist nicht mehr passiert und es bibt ausser ein paar Kratzer ( hoffentlich ) nicht mehr zu beklagen

Ich weiss nicht , ob es hier auch vorgeschriebene Fahr bzw Ruderzeiten gibt .

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