Rekord in Emmerich! Die 500. Entbindung

Samuel verschlief seinen ersten Termin. Dafür freuten sich neben den Eltern Cornelia Bufe und Gijs van Dijk auch (von links) Schwester Renate Beischer-Gerritsen, Stationsleitung Christel Hansen-Dercks und Hebamme Ulrike Adel.
Samuel verschlief seinen ersten Termin. Dafür freuten sich neben den Eltern Cornelia Bufe und Gijs van Dijk auch (von links) Schwester Renate Beischer-Gerritsen, Stationsleitung Christel Hansen-Dercks und Hebamme Ulrike Adel.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
501 Kinder. So viele sind in einem Jahr noch nie im Emmericher Willibrord-Spital geboren worden. Samuel van Dijk macht nicht nur seine Eltern aus Nütterden glücklich.

Emmerich..  Dr. Antoni Wallner ist im Urlaub. Körperlich. Geistig nicht ganz. „Er ruft seit Tagen schon jeden Tag zehnmal an“, verrät Hebamme Ulrike Adel. Der Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtenhilfe im Emmericher Willibrord-Spital konnte es kaum abwarten, die freudige Kunde zu erfahren. Er war in Erwartung. Nämlich der Rekord-Geburt. Noch nie hat es im Emmericher Krankenhaus 500 Entbindungen in einem Jahr gegeben!

Meilenstein für die Geburtshilfe

Am gestrigen Dienstagmorgen um 4.48 Uhr war es soweit. Samuel van Dijk erblickte das Licht der Welt. Da es bei einer Entbindung Zwillinge gab, ist er das 501. Kind im Jahr 2014 – und es können ja noch welche kommen.

Der kleine Samuel ist das erste Kind von Cornelia Bufe und Gijs van Dijk aus Nütterden. Die Mama hatte gerade erst, an Heiligabend, Geburtstag und darf sich nun über das verspätete und dennoch verfrühte Geschenk freuen. „Er sollte erst in drei Wochen zur Welt kommen. Aber er sieht schon ziemlich fertig aus“, sagt Bufe im Bezug auf den Entwicklungsstand. Die Thüringerin und der Nordniederländer, die erst jüngst in die Kranenburger Ortschaft gezogen sind, weil sie in der Region studierten und er in Nimwegen arbeitet, sind überglücklich.

Für eine erste Geburt hat’s Samuel recht schnell geschafft. „Erste Anzeichen gab es um 22 Uhr. Um 2 Uhr kamen wir hier ins Krankenhaus“, schildert Vater van Dijk. Die Saugglocke musste helfen, um Samuel um 4.48 Uhr zu holen. Aber schon am Mittag waren ihm die Strapazen nicht mehr anzumerken. Da wirkte der Kleine schon recht zufrieden und trank auch schon gut. 3510 Gramm schwer, 50 Zentimeter groß war der Filius unmittelbar nach der Geburt. „Es ist ein Megagefühl“, sagt die überwältigte Cornelia Bufe, die die tolle Begleitung im Spital lobt.

Es war die Klever Hebammenpraxis Bauchgeflüster, die das Paar über den Rhein lockte. Bauchgeflüster hat wie zwei weitere Hebammenpraxen aus Emmerich und Goch einen Vertrag mit dem Spital.

„Im vergangenen Jahr haben wir den Rekord knapp verfehlt um ein, zwei Kinder“, erinnert sich Christel Hansen-Dercks, die Stationsleiterin: „Jetzt haben wir es geschafft. Das ist ein Meilenstein.“ Schwester Renate Beischer-Gerritsen ergänzt: „In anderen Krankenhäusern sind die Zahlen rückläufig. Wir machen Plus.“ Das sei natürlich eine tolle Bestätigung für die Arbeit der Geburtshilfe.

Großes Einzugsgebiet

Längst kommen nicht mehr nur Eltern aus Emmerich oder der näheren Umgebung nach Emmerich. Auch aus den Niederlanden, Weeze, Bocholt, Wesel und Geldern würden Kinder am Willibrord-Spital geboren. Mit neuen Zielen ist man auf Station 4 aber zurückhaltend. „Das wollen wir erst einmal halten“, sagt Beischer-Gerritsen.

Dr. Wallner kann jetzt im Urlaub die Arbeit vielleicht auch mal vergessen. Mit noch besserer Laune.

Wer am Montag und Dienstag wegen eines dringenden Krankheitsfalles das Willibrord-Spital unter 02822/730 erreichen wollte, hörte das Besetztzeichen. Seit Montag um 5 Uhr war die Telefonanlage des Krankenhauses defekt. Und nicht nur dort. Auch in umliegenden Wohnungen haperte es an der Kommunikation via Festleitung.

Der Grund war vermutlich ein Fehler im System von Anbieter Vodafone. Deren Techniker arbeiteten gestern fieberhaft daran, das Krankenhaus wieder ans Netz zu bekommen. Gestern gegen 14 Uhr war es dann so weit. Ein Ausfall des Telefonnetzes im Willibrord-Spital gab es übrigens vor ein paar Monaten schon einmal.