Regelung ist „ein Skandal“

Elten..  Gefahrguttransporte über die Schiene bedürfen keiner behördlichen Genehmigung. Es sei denn, es sind radioaktive Stoffe im Spiel. Genau diese Antwort bekam nun Hans-Jörgen Wernicke, Lokomotive der Bürgerinitiative „Rettet den Eltenberg“, von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Und zwar im Zusammenhang mit den Chlor-Transporten, die noch bis Ende April über die Betuwe-Bahnstrecke nach Rotterdam rollen. Damit also auch durch Emmerich.

Hendricks wies in ihrem Schreiben darauf hin, dass das Eisenbahn-Bundesamt für die Transporte verantwortlich sei. Auch für jene mit ausländischen Wagen und Containern. Zudem sei das Amt nicht verpflichtet, die Bürgermeister der Orte entlang der Strecke über solche Transporte zu informieren.

„Das steht in krassem Gegensatz zu dem in den Niederlanden gebräuchlichen Verfahren“, unterstreicht Eltenberg-Retter Wernicke, „bei uns werden heimlich, still und leise Stoffe durch dicht besiedelte Orte geführt, die im Unglücksfall tödliches Potenzial entwickeln. Wir halten das für einen Skandal.“

Wernicke hob erneut hervor, dass das von den Feuerwehren erarbeitete Sicherheitskonzept im Rahmen der Betuwe-Streckenerweiterung um ein drittes Gleis eingehalten werden müsste. Bekanntlich wären rund 40 Millionen Euro an Mehrkosten dafür aufzubringen.