Das aktuelle Wetter Emmerich 17°C
Bildung

Reeser Schüler lernen das Schreiben

18.02.2016 | 06:00 Uhr
Reeser Schüler lernen das Schreiben
Der Leiter der Schreibwerkstatt Thomas Hesse hatte die stellvertretende Redaktionsleiterin Maria Raudszus eingeladen. Die Schüler stellten Fragen zu ihrem Arbeitsalltag.Foto: DIANA ROOS

Rees.   In der Reeser Stadtbücherei erfahren Schüler, wie man eine Kurzgeschichte schreibt und für ein Interview recherchiert. Gast war jetzt NRZ-Redakteurin Maria Raudszus.

Finden Sie es akzeptabel oder eher fragwürdig, wie manche Zeitungen ihre Informationen aufbauschen? Das war – sinngemäß – die Auftaktfrage, die Schülerin Nora an die stellvertretende NRZ-Redaktionsleiterin Maria Raudszus richtete. Viele weitere Fragen sollten folgen. Beispielsweise: Wie sind Sie zum Journalismus gekommen? Oder: Würden Sie nicht lieber in einer Großstadt arbeiten als hier im eher ruhigen Rees? Für Maria Raudszus, die im Berufsalltag in aller Regel diejenige ist, die Fragen stellt, eine ungewohnte Situation. Nun musste sie acht Schülern einer Schreibwerkstatt in Rees Rede und Antwort stehen.

Leiter ist Thomas Hesse

Die so gesammelten Informationen werden die Teilnehmer, Schüler im Alter von zehn bis 15 Jahren, zu einem Interview ausbauen oder zu einem journalistischen Text. Anleiten dazu wird sie der Leiter des Workshops: Thomas Hesse, selbst Journalist, ehemaliger Redaktionsleiter in Wesel und Autor zahlreicher Krimis mit Lokalkolorit.

Teilnehmerin Emma findet es „cool“, dass es so eine Schreibwerkstatt in Rees gibt. „Hier lernt man ganz ohne Notendruck die Techniken des Schreibens“, ist sie voll des Lobes. Inzwischen hat die Schülerin einiges gelernt. Beispielsweise, wie wichtig die gute Recherche im Vorfeld ist. Auf den Interviewpartner Thomas Dierkes, Leiter der Reeser Stadtbücherei, hatten sich die Schüler akribisch vorbereitet. „Nach welchen Kriterien entscheiden sie, welche Bücher Sie anschaffen?“, „Wie begeistern Sie junge Leute für die Bücherei?“, wollten sie wissen. „Er bietet Lesungen für die Kleinen an, Führungen für Grundschüler“, nannte Emma zwei Antworten auf die letzte Frage. „Ihm ist dabei auch wichtig, dass die Räume hell und freundlich wirken“, ergänzte Fenna.

Längst sind die Schüler auch selbst kreativ geworden. Einen Liebesbrief haben sie verfasst. Nicht an eine Person, sondern an einen Gegenstand. Nora hat ihr Nietenarmband verbal „angehimmelt“. Absender des Briefes war ein Zopfgummi. „Schön, dass man hier im geschützten Raum üben kann, ohne verlacht zu werden“, findet sie. Hier hätten alle das gleiche Ziel, kreatives Schreiben zu lernen.

Thomas Hesse hat mit seinen Werkstatt-Teilnehmern in den insgesamt zehn Sitzungen noch viel vor. Jeder soll, so sein Plan, eine Kurzgeschichte schreiben. Vorher will er verraten, wie man einen guten Einstieg in eine Geschichte schafft, wie man Figuren ersinnt und diese weiterentwickelt.

Übrigens: Thomas Dierkes hat erst einmal bei den Fachschaften Deutsch in Realschule und Gymnasium Aspel nachgefragt, ob eine solche Schreibwerkstatt Sinn macht. Von dort kam ein klares „Ja“. Die Werkstatt war, nachdem die Flyer verteilt waren, in kürzester Zeit ausgebucht.

Maria Raudszus

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Großübung der Feuerwehr
Bildgalerie
Feuerwehrübung
Klappstühle als Klatschinstrument
Bildgalerie
Fotostrecke
Stadtfest mit Musiknacht
Bildgalerie
Fotostrecke
article
11573593
Reeser Schüler lernen das Schreiben
Reeser Schüler lernen das Schreiben
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/emmerich/reeser-schueler-lernen-das-schreiben-id11573593.html
2016-02-18 06:00
Emmerich