Reeser Rathaus in Frauenhand

Das Rathaus ist in der Hand der Möhnen. Den Bürgermeister freut’s. Ist er doch die Verantwortung für einige Tage los.Fotos:Erwin Pottgiesser
Das Rathaus ist in der Hand der Möhnen. Den Bürgermeister freut’s. Ist er doch die Verantwortung für einige Tage los.Fotos:Erwin Pottgiesser
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Was wir bereits wissen
Möhnen stürmten das Rathaus, Prinzessin Manu II. luchste Bürgermeister den Schlüssel ab. Der teilte närrisch gegen das Land NRW und Bezirksregierung Düsseldorf aus.

Rees..  11.08 Uhr war er schon ab, der Schlips von Bürgermeister Christoph Gerwers. Die Schere angesetzt hatte Prinz(essin) Manu II. Sie hatte ihm auch den Rathausschlüssel XXL vorschnell entrissen, den der Erster Bürger der Stadt noch umklammert gehalten hatte, als die Möhnen der Kfd Rees um 11.02 Uhr das Bürgerhaus mit ihrem Hit „Heut’ ist der Tag der Frau’n ...“ gestürmt hatten.

Fünf Tollitäten waren zu Gast

Gerwers schien froh, die Schlüsselgewalt und damit die Verantwortung abgegeben zu haben. „Endlich sind wir in der lang ersehnten heißen Phase des Karnevals angekommen“, begrüßte er die Gäste im Foyer. Darunter natürlich die Tollitäten aus Haldern, Prinz Wilhelm „vom Dustenhof zu Heeren“ mit Prinzessin Regina „von Kegel und Stammtisch“ sowie dem Dreigestirn aus Haffen mit Prinz(essin) Manu II., Bauer/Bäuerein Margret I. und Jungfrau Heike II.

Alle blickten auf das übergroße Haifisch-Maul, durch das der Weg ins Innere des Bürgersaals. „Das lässt erahnen, worum es bei der heutigen Altweiber-Fete geht – genau: ums Wasser, um Unterwasserwelten und um die Gefahren, die dort auf uns lauern“, so der Bürgermeister. Er startete gleich die Klage über die vielen Gefahren, die vom Wasser für die Stadt ausgehen: „Im Haifisch-Becken NRW gibt’s nicht nur so possierliche Tierchen wie Steinbeißer und Bitterlinge, da gibt’s auch gefräßige Raubfische. Ganz nach dem Motto ‘Die Großen fressen die Kleinen’ zapft uns das Land jedes Jahr Unmengen an Geld ab, das im Brackwasser der Ruhrgebietskommunen versenkt wird.“ Gerwers versprach, dies künftig nicht mehr zuzulassen, damit man in Rees die Gelder in den Karneval stecken könne.

Auch einen Hieb auf die Bezirksregierung gab es. „Damit unsere schöne Stadt nicht auch zu einer Unterwasserwelt wird, müssen die Deiche saniert werden. Allerdings konnte man in der Vergangenheit den Eindruck haben, dass die Mitarbeiter der Bezirksregierung im Wasser wohl weniger eine Gefahr, sondern vielmehr einen wohltuenden und entspannenden Wellnessfaktor gesehen haben, so dass sie vor lauter Entspannung ganz vergessen haben, die Antragsunterlagen zu bearbeiten“, sagte er. Applaus brandete auf.

Bernd Börgers, Vorsitzender der Halderner Narren, warnte wegen der derzeitigen Grippewelle vor den Bützchen. „Daher habe ich dir ein paar Leckereien mitgebracht“, sagte er zu Gerwers, griff in den Rucksack und holte zig Packungen Ferrero Küsschen hervor. „Weil bald Valentinstag ist, auch noch Mercie-Schokolade. Damit kannst Du Dich bei Deinem Personal mit dem Worten, ‘Mercie, dass es dich gibt!’ bedanken“, schlug er vor.

Danach zogen die Gäste durchs Haifisch-Maul, fanden sich in einem langen dunklen Gang wieder, der ins Bürgerhaus-Haifischbecken führte.

Die Dekoration des Reeser Bürgerhauses inklusive Haifisch-Maul hatte der Fachbereich Arbeit und Soziales sich ausgedacht und ausgeführt.

Das Motto am gestrigen Altweiber-Tag lautete: „Egal wie Fisch du bist . . . Helene ist Fischer!“