Reeser Marktplatz-Musik: Eine „Sahnetorte“ zur Sonne

Brain Gate spielte am Samstagnachmittag auf dem Reeser Marktplatz
Brain Gate spielte am Samstagnachmittag auf dem Reeser Marktplatz
Foto: Funke Foto Services
Beim dritten Durchgang „Rocken und Shoppen“ auf dem Reeser Marktplatz hatten die Musiker mit dem Wetter und etwas wenig Zuspruch der Zuschauer zu kämpfen.

Rees..  Zum dritten Mal fand an diesem Samstag die Kombination „Rocken und Shoppen“ in der Reeser Innenstadt statt. Das Wetter spielte nur schleppend mit, gerade in der verkaufsoffenen Zeit, schlug das zu Buche. Doch auch die Musiker hatten zu kämpfen. Gegen die Wolken und für die gute Laune. Doch Bangemachen galt nicht. Und so bekamen die Leute vor allem eines – Musik!

„In erster Linie machen wir das für uns“, betonte Egon Schottek von den Musikfreunden Rees, die zusammen mit der Reeser Werbegemeinschaft diese Veranstaltung ins Leben gerufen haben. „Durch diese Unterstützung entstehen für uns auch nicht so die großen Kosten“, betonte Schottek und nahm dies als Argument dafür, trotz der doch recht geringen Zahl der Zuschauer, das Ganze positiv zu sehen. „Man muss den Reesern einfach Zeit geben“, meinte er.

Die Musikfreunde jedenfalls, betonte er, freuen sich immer auf dieses Event und werden das auch in Zukunft „einfach weiter durchziehen“. Frei nach dem Motto: „Wir freuen uns darauf, dass wir auf dem Marktplatz Musik machen dürfen.“

Genauso sah es beispielsweise auch der Keyboarder und Songwriter der Band „Braingate“, Theo Theissen. „Es gibt ja nicht so viele Gelegenheiten hier, und dann auch noch auf dem Marktplatz, zu spielen.“ Da müsse man den Organisatoren schon mal ein Lob aussprechen. Und an die Reeser Bevölkerung appellierte er: „Flagge zeigen“. Denn immerhin stecke sowohl bei den Veranstaltern, als auch bei den Musikern, „verdammt viel Arbeit drin“.

Sie selbst bestehen mit ihrer Band schon seit 2011. „Wir machen eine Mischung aus Classic Rock und Pop-Rock“, versuchte er eine Einordnung. Und doch: Man muss es gehört haben, um auch die musikalischen Einflüsse von Pink Floyd, Genesis oder den Simple Minds herauszuhören.

Eine ganz andere Richtung hatten zuvor die zwei Jungs von Renate Colgate eingeschlagen. Sie gehören eher in die Kategorie „Punkpopper“ und hatten die relativ undankbare Aufgabe, als Eisbrecher am Anfang zu fungieren. Das Duo hatte hier vor allem mit dem Regen und den dadurch überschaubarem Zuhörerkreis zu kämpfen.

Colgate handwerklich stark

Doch Colgate ließ sich die gute Laune nicht verderben und versuchte mit schnellen Rhythmen und flotten Texten, die Reeser auf ihre Seite zu ziehen. Und tatsächlich, bei der „Sahnetorte“ kam sogar die Sonne hervor und auch der Marktplatz füllte sich etwas.

Abwechselnd präsentierten sie richtige „Dampfhammernummern“ und schmachtende Liebeslieder. Gepaart mit dem, was die zwei am Schlagzeug und mit der Gitarre auf der Bühne ablieferten, überzeugten sie letztlich auch etwas skeptisch dreinblickende Zuhörer. Musikfreund Schottek gab zu: „Was die beiden handwerklich drauf haben ist echt der Hammer“.

Übrigens:

Vier Bands sollten ursprünglich auf den beiden Bühnen auftreten. Letztlich mussten jedoch die Jungs von Meadows krankheitsbedingt kurzfristig absagen, so dass die drei übrigen Bands, den Abschluss bereiteten übrigens die Gruppe Shiny Heads, jeweils etwas mehr Zeit auf der Bühne bekamen.

Wer nach fast fünf Stunden Musik immer noch nicht genug hatte, konnte den kostenlosen Shuttle Service nutzen und mit einem Kleinbus bis zur Empeler Straße fahren. Im Buena Ressa Music Club gab es dann noch die Möglichkeit, „einfach etwas zusammen zu musizieren und zu jammen“, so Egon Schottek.